Ein Mann aus dem Saarland soll seine heimliche Ex-Geliebte erschossen haben. Jetzt steht im Prozess das Urteil an.
Im Prozess um den Mord an einer Frau auf einem Parkplatz bei Hermeskeil hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der 35-Jährige habe seine frühere Geliebte im Juni 2025 kaltblütig erschossen, weil sie die außereheliche Affäre auffliegen lassen wollte, sagte Oberstaatsanwalt Eric Samel in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Trier.
Der Mann aus dem Nordsaarland habe "aufgrund einer narzisstischen Kränkung" die Tat begangen. Er hatte die Affäre an Tattag telefonisch beendet. Daraufhin habe die 28-Jährige belastende Fotos an die Schwägerin des Angeklagten geschickt. Und diese forderte den Angeklagten auf, seiner Frau von der Affäre zu erzählen.
Von der Tat gibt es eine Tonaufnahme
Daraufhin lockte der Mann sein Opfer dann unter dem Vorwand einer Aussprache auf den Parkplatz, sagte Samel. Von der Tat gibt es eine Tonaufnahme: Darauf ist zu hören, wie die Frau nach dem ersten Schuss in den Bauch noch um Gnade bittet. Dann folgte der zweite tödliche Schuss in den Kopf.
Die Frau hatte ein Handy dabei, das alles aufzeichnete. "Ich habe selten erlebt, dass ein Mord so lückenlos dokumentiert ist wie in diesem Fall", sagte Samel. Die Frau habe zu keinem Moment mit dem Angriff des Mannes gerechnet: Dieser habe völlig unvermittelt auf sein arg- und wehrloses Opfer geschossen.
"Es war eine Hinrichtung"
"Es war nicht eine Tötung, das war eine Hinrichtung", sagte der Vertreter der Nebenklage, Dirk Gerlach. Er forderte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Getötete, die zuletzt von ihrem Ehemann getrennt lebte, hinterlässt zwei kleine Kinder.
Die Verteidigung plädierte für eine Verurteilung wegen Mordes zu zwölf Jahren Haft. Sein Mandant habe die Tat aus einer akuten Bedrohungslage heraus begangen, sagte Marius Müller. Der Mann sei von der Familie der 28-Jährigen bedroht worden: "Für sie war es eine schwere Demütigung, dass sie verheiratet war und eine Affäre hatte."
In seinem sogenannten letzten Wort im Prozess sagte der Angeklagte: "Das tut mir wirklich leid." Auch für die Kinder. Er würde gerne das Ganze rückgängig machen, wenn er könnte. Das Urteil wird am frühen Nachmittag erwartet.
