Mit einer erweiterten Produktionshalle setzt Alstom auf moderne Fertigung in Bautzen. In dem Werk werden unter anderem Straßenbahnen für Berlin, Magdeburg und Dresden gebaut.
Der Schienenfahrzeughersteller Alstom hat in Bautzen eine erweiterte Produktionshalle in Betrieb genommen und den sächsischen Standort damit weiter ausgebaut. Alstoms Präsident für Zentral- und Nordeuropa, Tim Dawidowsky, sprach von einem wichtigen Meilenstein der Transformation hin zu einer modernen, optimierten industriellen Fertigung. "Die Erweiterung dieser Halle ist wichtig, nicht nur für Bautzen, sondern auch für uns als Alstom in Deutschland, weil es in diesem traditionsreichen Standort zeigt, dass wir Züge auch hier wettbewerbsfähig bauen können", so Dawidowsky. Der Präsident stellte zudem auch die Möglichkeit künftiger Erweiterungen des Standortes in Aussicht.
Deutschland sei einer der größten Märkte für die Bahnindustrie. Eine Wertschöpfung vor Ort sei deshalb notwendig. Alstom habe 250 Kunden im Land. In Bautzen würden unter anderem Straßenbahnen für Berlin, Magdeburg und Dresden, sowie die S‑Bahn-Züge für Hamburg gebaut. Hinzu komme "ein Milliardenauftrag" mit der S-Bahn Rheinland, für den in Bautzen mindestens 90 S-Bahn-Züge gebaut werden sollen. Nach Angaben von Unternehmen und dem Freistaat ist das Werk in Bautzen einer der modernsten Produktions- und Teststandorte Europas und sichert mehr als 1.000 Arbeitsplätze in der Oberlausitz.
Konzern hatte Görlitzer Werk vor einem Jahr geschlossen
Vor knapp einem Jahr hatte der französische Schienenfahrzeughersteller seine Produktion in Görlitz beendet. Das Görlitzer Werk hat seitdem der Rüstungskonzern KNDS übernommen, der dort nun Panzerkomponenten fertigen will. Rund 170 Beschäftigte waren nach Angaben des Unternehmens nach Bautzen gewechselt.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter nannte die Investition ein Beispiel dafür, wie Industrie und Politik gemeinsam wettbewerbsfähige Industriearbeitsplätze im ländlichen Raum sichern können. "Das freut mich ganz besonders, denn wir sind in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, deshalb brauchen wir diese Beispiele", so der SPD-Politiker.
