Ein neues Ranking zeigt, wie groß die Gefahr für deutsche Großstädte angesichts des Klimawandels ist. Die Stadt Bremerhaven ist besonders stark gefährdet.
Bremerhaven ist laut einer Untersuchung die Großstadt, die deutschlandweit am stärksten durch die Folgen des Klimawandels gefährdet ist. Das zeigt ein neues Ranking von IW Consult im Auftrag der "Wirtschaftswoche" und des Onlineportals Immoscout24.
Die Küstenlage mache die Stadt demnach besonders anfällig für Gefahren mit hohem Schadenspotenzial, wie etwa Stürme, Starkregenereignisse und Sturmfluten. Stürme könnten dort Oberleitungen beschädigen, umstürzende Bäume den Bahnverkehr lahmlegen und Starkregen die Kanalisation überlasten.
Bei der Untersuchung werden aktuelle Lage (Niveau) und Veränderungsraten (Dynamik) von 71 kreisfreien Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern verglichen. Dabei flossen über 100 Indikatoren und mehr als 50.000 Datenpunkte aus Bereichen wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt, Immobilien und Lebensqualität mit ein. Analysiert wurde zudem, wie anfällig die Städte für Klimagefahren wie Sturm, Starkregen und Dürre sind. Auf dieser Basis wurde das Klimarisiko bis 2050 berechnet.
Salzgitter gut gegen Klimagefahren gewappnet
Die Stadt Bremen liegt in dem Ranking demnach auf dem viertletzten Platz und ist damit auch besonders gefährdet. Auch hier spielte die Sturm-, Regen- und Überschwemmungsgefahr eine große Rolle.
In Salzgitter sind die Bewohner und Bewohnerinnen dagegen weniger von Klimaeinflüssen gefährdet, was der Stadt zusammen mit Solingen (Nordrhein-Westfalen) den drittbesten Platz in dem Ranking verschaffte. Eine Sturmflut sei hier aufgrund der Lage im Binnenland unmöglich und auch Überschwemmungen seien unwahrscheinlich, weil dort keine größeren Flüsse sind.
Besonders gut schnitten viele Städte aus Nordrhein-Westfalen ab. So belegte Remscheid Platz eins und Bielefeld Platz zwei. "Städte, die in Hochwasserschutz, Stadtbegrünung und hitzeresistente Infrastrukturen investieren, stärken ihre Widerstandskraft gegenüber Klimarisiken und schützen Bevölkerung und Infrastruktur", sagte Gesa Crockford, Geschäftsführerin von Immoscout24.
