Verbindung zweier Autobahnen: Riederwaldtunnel in Frankfurt verzögert sich weiter

Published 1 hour ago
Source: stern.de
Verbindung zweier Autobahnen: Riederwaldtunnel in Frankfurt verzögert sich weiter

Seit Jahrzehnten ist der Riederwaldtunnel in Frankfurt geplant - das größte innerstädtische Bauprojekt der Autobahn GmbH im Land. Zu Beginn der Hauptarbeiten ist von weiteren Verzögerungen die Rede.

Die Fertigstellung des umstrittenen Riederwaldtunnels im Osten Frankfurts verzögert sich voraussichtlich weiter. Bisher war sie für das Jahr 2033 geplant, dies wird sich nach Einschätzung des Projektleiters der Autobahn GmbH, Matthias Achauer, jedoch nach hinten verschieben. 

Grund seien unter anderem Verzögerungen bei der Finanzierung sowie den vorbereitenden Arbeiten. Ein neues Datum könne er derzeit noch nicht nennen. "Es können Jahre sein", sagte Achauer. 

Planungen seit Jahrzehnten 

Der milliardenteure Lückenschluss zwischen der A66 und der A661 befindet sich seit Jahrzehnten in der Planung. Das erste Planfeststellungsverfahren begann im Jahr 1989. Der Tunnel ist nach Angaben der Autobahn GmbH das größte innerstädtische Bauprojekt in Hessen. 1,5 Milliarden Euro sind bisher veranschlagt. 

In diesen Tagen beginnen die Hauptarbeiten. Zwischen den beiden Autobahnen fehlt ein Abschnitt von 2,2 Kilometern. Der Tunnel soll 1,1 Kilometer davon abdecken, er soll unter dem Stadtteil Riederwald entlangführen. Bisher zwängt sich der Verkehr oberirdisch durch die Straßen. 

Entlastung oder mehr Verkehr?

Befürworter des Bauvorhabens nennen die Entlastung der Anwohner und Anwohnerinnen als ein Argument. Gegner befürchten dagegen, dass mit dem Lückenschluss noch mehr Autoverkehr in die Stadt gelockt wird. Auch kritisieren sie die Eingriffe in die Natur.

Rodungen von Bäumen waren zuletzt mit einer Ausnahmegenehmigung des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums erlaubt worden. Dagegen ist beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH) noch eine Klage anhängig. Wann darüber entschieden wird, sei nicht klar, teilt eine VGH-Sprecherin mit. Der zuständige Senat sei um eine zeitnahe Entscheidung bemüht.

Klage wegen geschützten Heldbockkäfers

Geklagt haben die Bürgerinitiative für den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark (BIEGL) und das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA). Ihnen geht es um Bäume, auf denen der geschützte Heldbockkäfer lebt.

Sie stehen inmitten der geplanten Trasse der A66. Noch stehen diese Bäume - und die Initiativen fordern, sie mindestens nicht zu roden, bis über die Klage abschließend entschieden ist. Zudem solle das Vorkommen des Käfers umfangreich untersucht werden.

Gebaut wird nun zunächst in einem anderen Abschnitt, am künftigen westlichen Eingang des Tunnels. Dort soll die A66 in die A661 übergehen.

Categories

FrankfurtAutobahndie Autobahn GmbH des BundesFertigstellungFrankfurt am Main