Autofahren im Winter: Mit diesen Hausmitteln müssen Sie nie wieder eiskratzen

Published 1 hour ago
Source: stern.de
Autofahren im Winter: Mit diesen Hausmitteln müssen Sie nie wieder eiskratzen

Im Winter gibt es kaum etwas Nervigeres: Eiskratzen. Und dann beschlägt auch noch die Scheibe von innen. Mit einigen Tricks lässt sich der Aufwand deutlich verkürzen.

Klamme Finger, Zeitdruck und die vereiste Windschutzscheibe – das morgendliche Kratzen macht den Start in den Tag wirklich zur Tortur. Doch ganz ohne Vorbereitung geht es im Winter nicht. Der ADAC mahnt: Autofahrer müssen alle Scheiben vollständig von Eis und Schnee befreien. Ein kleines Guckloch reicht nicht, sonst drohen Bußgelder ab zehn Euro. Auch Kennzeichen und Scheinwerfer sowie Motorhaube und Dach müssen frei sein, um andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst nicht durch herabfallendes Eis zu gefährden.

Die gute Nachricht: Wer sich das morgendliche Kratzen sparen will, kann auf bewährte Hausmittel zurückgreifen.

Enteisungsspray einfach selbst mischen

Ist die Eisschicht nicht besonders dick, hilft oft ein Enteisungsspray, auch aus normalen Küchenzutaten.

Besonders wirksames Enteisungsspray lässt sich mit Reinigungsalkohol, sogenanntem Isopropylalkohol, herstellen. Diesen gibt es in Apotheken oder Baumärkten. In einer Sprühflasche mischt man einen Teil Wasser mit einem Teil Alkohol. Kurz schütteln, auf die Scheibe sprühen und warten. Im besten Fall löst sich das Eis innerhalb weniger Sekunden von der Scheibe.

Auch Essig kann Eis beseitigen. Dafür drei Teile Essig mit einem Teil Wasser mischen, auf die Scheibe sprühen und kurz einwirken lassen. Der Haken: Bei starkem Frost stößt diese Mischung an ihre Grenzen. Für viele deutsche Wintermorgen reicht sie wohl dennoch aus.

Alternativ eignen sich zudem Spiritus – im Mischverhältnis eins zu eins mit Wasser – oder Frostschutzmittel. Letzteres sollten Autofahrer im Verhältnis zwei zu eins mit Wasser mixen.

Finger weg vom Warmwassertrick

Ein anderer Enteisungstipp hält sich hartnäckig, kann aber gefährlich werden: Warmwasser auf die Windschutzscheibe gießen. Der starke Temperaturunterschied zwischen Scheibe und Wasser könne Spannungsrisse im Glas verursachen, warnt der ADAC. Auch lauwarmes oder kaltes Wasser helfen kaum. Bei anhaltender Kälte taut das Eis zwar kurz an, friert danach aber umso dicker wieder fest.

Am Abend vorsorgen

Wer morgens gar nicht erst enteisen möchte, bereitet das Auto am besten schon am Vorabend auf die kalte Nacht vor.

Ein ungewöhnlicher, aber wirksamer Tipp: Wärmflaschen. Autofahrer können sie abends mit zwei bis drei Litern heißem Wasser befüllen und auf das Armaturenbrett legen, möglichst nah an die Windschutzscheibe. Die ausströmende Wärme kann verhindern, dass sich über Nacht Eis bildet.

Die beste Lösung bleiben jedoch Abdeckungen. Besonders gut eignet sich eine handelsübliche Autoscheibenabdeckung, die die ganze Nacht unter den Scheibenwischern klemmt. Alternativ kann auch ein großes Stück Pappe oder eine dicke Plastikfolie die Scheibe eisfrei halten.

Und auch für die Seitenspiegel hat der ADAC einen Geheimtipp: Socken. Über die Außenspiegel gezogen, schützen sie zuverlässig vor Eis.

Klare Sicht von innen: Autoscheiben freihalten

Kaum ist das Eis außen verschwunden, wartet schon das nächste Problem: beschlagene Innenscheiben. Der Grund ist simpel. Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Winterluft. Kühlt sie über Nacht ab, schlägt sich die Feuchtigkeit an den Scheiben nieder. Doch mit den richtigen Handgriffen lässt sich das Problem gut in den Griff bekommen.

Heizung und Lüftung richtig nutzen

Der wichtigste Schritt zuerst: Heizung aufdrehen. Die Lüftung sollte zudem auf die höchste warme Stufe eingestellt sein und gezielt auf die Frontscheibe blasen, empfiehlt der TÜV Nord. Wichtig ist außerdem die Frischluftzufuhr. So entweicht die feuchte Luft aus dem Innenraum, statt immer wieder umgewälzt zu werden.

Bei Temperaturen zwischen etwa vier und sechs Grad kann zusätzlich die Klimaanlage helfen. Sie entzieht der Luft Feuchtigkeit und sorgt schneller für klare Scheiben.

Ist die Luft draußen trockener als im Auto, lohnt sich kurzes Stoßlüften: Fenster öffnen, feuchte Luft rauslassen, frische Luft rein. Bei Regen oder dichtem Nebel bringt diese Methode allerdings wenig.

Feuchtigkeit gar nicht erst hineinlassen

Nasse Jacken, Regenschirme oder Sporttaschen sollten möglichst im Kofferraum landen. Vor dem Einsteigen lohnt es sich außerdem, Schnee und Matsch von den Schuhen abzuklopfen. Jede vermiedene Pfütze im Fußraum zahlt sich aus.

Und auch der Innenraum selbst spielt eine Rolle. Stofffußmatten saugen sich deutlich schneller voll als Gummimatten und geben die Feuchtigkeit nur langsam wieder ab.

Mit Hilfsmitteln für trockene Luft sorgen

Auch selbst gemachte Entfeuchter für das Auto können helfen. Salz oder Katzenstreu, locker in ein Säckchen gefüllt, binden überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft. Besonders ältere Fahrzeuge ohne Klimaanlage profitieren von diesen einfachen Mitteln.

Praktisch ist außerdem ein sauberes Trockentuch im Handschuhfach. Damit lässt sich kondensiertes Wasser schnell von der Scheibe wischen. Auf sauberen Scheiben setzt sich Feuchtigkeit übrigens insgesamt weniger ab. Wer die Innenscheiben regelmäßig reinigt, spart sich später also Ärger und Zeit.

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