Für ein Gewitter braucht es unter anderem feuchte und energiereiche Luftmassen. Der Sommer 2025 war allerdings ziemlich trocken. Das fällt auch bei der Blitz-Statistik auf.
In Berlin und Brandenburg hat es 2025 viel seltener geblitzt als 2024. Nach Angaben des Informationsdienstes Aldis/Blids sank die Zahl der Erdblitze in beiden Ländern um rund 73 Prozent. In Brandenburg wurden 4.633 Erdblitze registriert (2024: 17.197), in Berlin 105 (2024: 383). Die meisten Einschläge gab es im Juni, gefolgt von Juli und Mai.
Auch bundesweit hat es sehr selten geblitzt. 2025 gab es den Daten zufolge 99.930 Erdblitze. 2024 registrierte das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten bundesweit 209.619 Einschläge. Auch in bis 2005 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab, wie 2025.
In fast allen Monaten war es trockener als sonst
Woran liegt das? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: in den meisten der gewitterträchtigen Monate war es diesmal schlicht zu trocken. Hohe Blitzzahlen gibt es typischerweise von Mai bis September, die allermeisten im Juni, Juli und August. Und laut Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es - abgesehen vom Juli und September - deutlich trockener als sonst. Und ausgerechnet im Juli war es zwischenzeitlich eher kalt.
Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze - also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken - und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier vorliegenden nur einer.
