2025 wurden in Sachsen so wenige Erdblitze wie nie zuvor gezählt. Besonders im Juni und August war der Rückgang markant.
In Sachsen hat es 2025 ungewöhnlich selten geblitzt. Nur 4.601 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Jahresverlauf im Freistaat - so wenige wie noch nie in den bis 2006 zurückgehenden Daten. Das waren deutlich weniger als die Hälfte im Vergleich zu 2024, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten 11.182 Einschläge registrierte.
Wenige Blitze in Sommermonaten Juni und August
Besonders groß war der Rückgang im gewöhnlich blitzreichen Juni: Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mit etwa 1.650 fast zwei Drittel oder gut 2.800 Einschläge weniger als im Vorjahr. Auch im August war der Wert mit 244 außergewöhnlich niedrig (2024: 1.713)
In den Monaten Februar, November und Oktober wurde 2025 kein Blitz registriert. Das war zum Teil auch in den Vorjahren der Fall.
Auch bundesweit hat es sehr selten geblitzt - nur 99.930 Mal. In den Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab. Frühere Jahre weisen sehr viel höhere Werte auf - zwischen 200.000 und über eine halbe Million.
Trockenheit bremst Gewitter
Aber warum war 2025 so blitzarm? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Und in den meisten der gewitterträchtigen Sommermonate war es diesmal schlicht zu trocken.
Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze - also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken - und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt.
