Der Comeback-Sieg gegen Prag beschert den Berlinern und ihren Fans einen berauschenden Europapokal-Abend. Doch ganz auf der Höhe sehen sich die Berliner noch nicht.
Alles sah schon nach einem Tie-Break und einem Punktverlust aus, doch die BR Volleys und ihr frenetisches Publikum hatten andere Ideen. "Das kitzelt dann noch mal ein bisschen extra Motivation raus in der Abwehr. Dann ist man doch noch mal einen Ticken schneller bei der Reaktion", sagte Nationalspieler Moritz Reichert über die Rolle der rund 4.000 Fans beim 3:1-Erfolg gegen Prag in der Champions League. "Das klappt nicht immer so, aber das kann dann auch mal ein paar neue Kräfte freisetzen und da macht es natürlich auch am meisten Spaß."
Bei einem fünften Satz hätten die Berliner am Ende nur zwei oder gar einen Zähler gewonnen. Mit der vollen Ausbeute von drei Punkten hat sich der deutsche Rekordmeister eine noch bessere Ausgangsposition im Kampf um die K.-o.-Runde verschafft.
Beim spanischen Meister Las Palmas könnten die Berliner am 12. Februar dann möglicherweise schon Platz zwei klarmachen. "Da sind ein paar verrückte Typen im Team, sehr temperamentvoll. Die werden da anders auftreten als hier bei dem Spiel", warnte Kapitän Ruben Schott aber. Das Hinspiel hatten die Berliner glatt 3:0 für sich entschieden.
Schott: "Manchmal greifen die Zahnräder nicht ineinander"
Gegen Prag lagen die Volleys im vierten Satz schon 7:14 hinten. Die Wende brachten Wechsel von Coach Alexandre Leal: Daniel Malescha und besonders Nolan Flexen gaben dem Team neuen Schwung. "Da macht sich die Tiefe des Kaders wieder bemerkbar", sagte Schott. Flexen habe "ein bisschen frischen Wind reingebracht mit seiner lockeren, leichten Art, mit seinem Grinsen auf dem Gesicht hat er die Zuschauer angesteckt."
Nach ein, zwei gelungenen Aktionen war dann auch die Halle wieder da. "Vielleicht hat das Prag dann auch ein bisschen beeindruckt und so konnten wir den Satz noch mal drehen", erklärte der Kapitän.
Nach dem Trainerwechsel vor gut zwei Wochen haben die Berliner nun in der Bundesliga Rivale Lüneburg geschlagen und sich in der Königsklasse in eine gute Position gebracht. Doch noch immer plagen das Team Schwankungen während der Spiele. Auch gegen Prag gaben die Volleys den zweiten Satz ohne Not aus der Hand. "Eigentlich ist alles da, aber manchmal greifen dann die Zahnräder nicht so ineinander, die Automatismen fehlen auf dem Spielfeld", erklärte Schott.
