Tegernsee-Gipfel: 2026 kein Geld vom Wirtschaftsministerium für Erhard-Gipfel?

Published 4 hours ago
Source: stern.de
Tegernsee-Gipfel: 2026 kein Geld vom Wirtschaftsministerium für Erhard-Gipfel?

Die Absage von Bayerns Ministerpräsident Söder für den Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee zieht weitere Kreise. Auch finanziell.

Nachdem CSU-Chef Markus Söder seine Teilnahme am Ludwig-Erhard-Gipfel abgesagt hat, zieht sich wohl auch das Wirtschaftsministerium in diesem Jahr finanziell von der Veranstaltung zurück. "Wir haben uns ja bisher über "Bayern Innovativ" dort mit einem Stand beteiligt, haben uns dort dem internationalen Publikum präsentiert. Wir werden jetzt voraussichtlich heuer uns finanziell dort nicht engagieren, bis die Dinge endgültig geklärt sind", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bei der Klausur der Freie-Wähler-Fraktion im Berchtesgadener Land. Innerhalb der Staatsregierung läuft noch eine Compliance-Prüfung.

Eigene Teilnahme lässt Aiwanger noch offen

Ob er selbst bei der diesjährigen Auflage der für Ende April geplanten Veranstaltung teilnehmen werde, ließ Aiwanger offen. Derzeit tendiere er dazu, auch hinzugehen. "Das muss nichts mit Geld zu tun haben." Er würde auch hingehen, "wenn für mich kein Eintritt verlangt wird oder ich dort keinen zahle". Aus Sicht Aiwangers sei es sinnhaft, die internationalen Gäste der Veranstaltung weiterhin zu bedienen. Noch seien ja einige Wochen Zeit, um es zu entscheiden, "aber ich will jetzt hier auch nicht davonlaufen".

Die Agentur "Bayern Innovativ", die vom bayerischen Wirtschaftsministerium institutionell gefördert wird, hatte sich etwa am Ludwig-Erhard-Gipfel 2025 "im Rahmen des satzungsgemäßen Zwecks der Gesellschaft im Umfang von 165.000 Euro engagiert", wie das Ministerium erläuterte. Im Jahr 2024 waren es demnach 140.000 Euro, in den Jahren 2023 und 2022 jeweils 75.000 Euro.

Auch das bayerische Digitalministerium kündigte bereits an, sich in diesem Jahr nicht finanziell an der Veranstaltung beteiligen zu wollen. Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) will demnach auch nicht persönlich teilnehmen. 

Aiwanger sorgt sich um Zukunft des Gipfels 

Aiwanger betonte, er sorge sich um die Zukunft des in die Kritik geratenen Gipfels der Weimer Media Group am Tegernsee und bedauere außerordentlich, "dass dieses international angesehene Forum beschädigt worden ist". Er hoffe, "dass sich diese Scharten wieder auswetzen lassen", das Forum wieder an Bedeutung gewinnen "und auch heuer hoffentlich nicht völlig zusammenklappt". Letztlich schade es auch der bayerischen Wirtschaft, wenn Mitglieder der Staatsregierung nicht vor Ort seien.

Söder hatte zu Wochenbeginn den Verzicht auf seine Teilnahme und Schirmherrschaft in diesem Jahr erklärt. "Man muss ökonomische und politische Dinge klar trennen und da möchte ich auch kein Geschmäckle entstehen lassen an der Stelle", sagte der CSU-Chef. Auch die bisher als Gast gelistete Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte inzwischen ihre Teilnahme ab - wegen einer Reise nach Norwegen.

Der Gipfel, der eng mit dem Namen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer verbunden ist, war nach Berichten in den Fokus gerückt, wonach die Weimer Media Group dort Unternehmen gegen Geld exklusiven Zugang zu Bundesministern bieten und dabei explizit mit "Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger" werben soll. Die Weimer Media Group hatte ihrerseits jegliche Vorwürfe zurückgewiesen.

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