Staatsfinanzen: Bürger überweisen dem Bund sechsstelligen Betrag zum Schuldenabbau

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Staatsfinanzen: Bürger überweisen dem Bund sechsstelligen Betrag zum Schuldenabbau

Über das Schuldentilgungskonto des Bundes gibt es die Möglichkeit, die Verbindlichkeiten des Staates zu verringern. Mehrere Hundert Menschen haben davon 2025 Gebrauch gemacht.

Rund 1,8 Billionen Euro Schulden lasten auf dem Bund. Sondervermögen und die vor rund einem Jahr beschlossenen Ausnahmen von der Schuldenbremse lassen den Berg an Verbindlichkeiten weiter anwachsen.

Nicht alle Bürgerinnen und Bürger wollen sich offenbar damit abfinden. Insgesamt 629 von ihnen haben im vergangenen Jahr Geld auf das Schuldentilgungskonto des Bundes überwiesen – insgesamt kamen so 123.107,69 Euro zusammen, rund 49.000 Euro mehr als im Vorjahr. Das erfuhr der stern aus dem Bundesfinanzministerium in Berlin.

Bisher rund 1,7 Millionen Euro auf Schuldentilgungskonto verbucht

Das Konto wurde 2006 von der Bundesregierung eingerichtet, "um Zuwendungen zur Tilgung der Staatsschulden von Bürgern getrennt zu erfassen und im Bundeshaushalt zu verbuchen". Seither sind auf dem Konto rund 1,7 Millionen Euro eingegangen. "Die Einzahlungen wurden im Bundeshaushalt im Einzelplan 32 – Bundesschuld – vereinnahmt und sind gemäß Haushaltsvermerk Nr. 2 zweckgebunden zur Schuldentilgung zu verwenden", teilte ein Sprecher des Hauses von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) mit. Ginge es in dem Tempo wie bisher weiter, wäre der Bund rechnerisch in gut 21 Millionen Jahren schuldenfrei – sollten keine neuen Kredite hinzukommen.

Der größte Einzelbetrag, der 2025 auf das Konto eingezahlt wurde, betrug den Angaben zufolge 24.000 Euro, der kleinste einen Cent. Zur Motivation von Bürgerinnen und Bürgern, dem Bund freiwillig Geld zu überweisen, kann das Finanzministerium naturgemäß nichts sagen.

Dass das Konto bei der Bundesbank in Zukunft eine größere Rolle bei der Schuldentilgung des Bundes einnehmen wird, ist nicht zu erwarten. Zwar habe es sich bewährt und solle beibehalten werden, erklärte die Bundesregierung in der Vergangenheit, aber "zur Finanzierung des Bundeshaushalts ist der Staat nicht auf Spenden angewiesen, und er sollte diesen Eindruck auch nicht durch aktives Werben für Spenden vermitteln".

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