Drogenhändler nutzen immer ausgefeiltere Techniken, um ihre Ware nach Europa zu bringen, darunter den Transport per U-Boot, das Abwerfen von Drogenpaketen im Meer oder das Verstecken der Drogen in tiefgefrorenen Waren. "Kriminelle Netzwerke, die große Mengen Kokain schmuggeln, agieren immer vielfältiger und setzen auf viele verschiedene Methoden", betonte die in Den Haag ansässige EU-Behörde Europol in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht. In den Häfen von Antwerpen, Hamburg und Rotterdam - den traditionellen Umschlagsorten für Kokain für den europäischen Markt - seien die Mengen an beschlagnahmten Kokainmengen "deutlich" zurückgegangen.
Häufig werde Kokain aus Südamerika auf großen Schiffen bis vor die Küste Westafrikas gebracht und dort ins Meer geworfen, heißt es in dem Bericht. Kleinere Schiffe würden die Ware dann aufnehmen und weiter transportieren. Sogenannte Drop-offs gebe es auch in nordeuropäischen Gewässern.
Ein weiteres Phänomen sei die Nutzung halbtauchender U-Boote, auch Halbtaucher genannt, die sich knapp unter der Wasseroberfläche bewegen und nur schwer zu orten sind. "Vermutlich gibt es bereits halbtauchende U-Boote, die in der Lage sind, ohne Besatzung den Atlantik zu überqueren", erklärte Europol. Erst am Montag stellten die portugiesischen Behörden in der Nähe der Azoren ein Schmuggel-U-Boot mit neun Tonnen Kokain an Bord sicher, das aus Südamerika kam.
Schließlich gebe es auch immer neue Techniken, um Kokain in anderen Waren zu verstecken oder sogar "chemisch zu verbinden", hieß es in dem Bericht. Ermittler fanden bereits große Mengen Kokain in dünne Blätter gepresst in einer Ladung mit tiefgefrorenem Yucca-Pulver, das nicht mit Hilfe von Scannern aufspürbar war. Kokain werde auch häufig in der Verkleidung von Schiffsrümpfen unterhalb der Wasserlinie oder in den Bordgeräten versteckt.
Europol rief dazu auf, die Überwachung auszuweiten, um kleinere Häfen, Küstengebiete und Hochseekorridore einzubeziehen.
