Erneut fallen in Berlin Schüsse. Fünf Menschen werden in einer Wohnung in Tiergarten verletzt, zwei davon lebensgefährlich. Inzwischen ermittelt die Mordkommission.
Nach Schüssen in einer Wohnung in Berlin-Tiergarten mit mehreren Verletzten und Großeinsatz der Polizei ermittelt nun eine Mordkommission. Zu der Tat am frühen Sonntagabend sind noch viele Details unklar.
Die Einsatzkräfte waren nach Schüssen in einer Wohnung alarmiert worden, wie die Polizei mitteilte. Fünf Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen lebensgefährlich, ein Mann und eine Frau. Beide mussten am Abend notoperiert werden. Bei den weiteren Verletzten handelte es sich demnach um zwei Männer und eine Frau.
Es habe mehrere Festnahmen gegeben, hieß es. Wie viele genau und ob darunter auch Verletzte waren, blieb offen. Es seien aber alle Beteiligten aus der Wohnung entweder im Krankenhaus oder in Gewahrsam, sagte ein Polizeisprecher. Ob nach weiteren Verdächtigen gefahndet wird, blieb indes offen. Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht. Am späteren Abend übernahm die Mordkommission die Ermittlungen. Zwischenzeitig war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit rund 140 Kräften im Einsatz.
Hintergrund der Tat seien Streitigkeiten gewesen, hieß es. Details nannte die Polizei nicht. Die Einsatzkräfte waren gegen 17.00 Uhr durch mehrere Anrufe alarmiert worden, darunter auch von den Betroffenen selbst. Die Schüsse fielen demnach in der Wichmannstraße in einer Wohnung im 5. Stock im Stadtteil Tiergarten, ganz in der Nähe des Zoos.
Einer schleppte sich selbst ins Krankenhaus
Einer der Verletzten habe sich noch selbst ins nahe gelegene Franziskus-Krankenhaus geschleppt, sagte der Polizeisprecher. Die Klinik werde derzeit von außen von Polizisten bewacht. Auch alle anderen Verletzten seien in Kliniken gebracht worden. Der Bereich um den Tatort ist weiträumig abgesperrt.
Im vergangenen Jahr hat es in Berlin immer wieder Schießereien gegeben. Die Berliner Polizei hat deshalb eine spezielle Aufklärungseinheit, die sogenannte Besondere Aufbauorganisation (BAO) "Ferrum" (deutsch: Eisen), ins Leben gerufen. Seitdem geht sie mit umfangreichen Razzien in Kneipen und Wohnungen sowie an bekannten Treffpunkten von Kriminellen gegen gewalttätige Banden vor. Ob die Tat am Sonntagabend in diesen Zusammenhang gehört, ist aber noch völlig unklar.
