Landtagswahl: "Nie wieder nicht wählen" - Landtagskampagne zum 22. März

Published 1 hour ago
Source: stern.de
Landtagswahl: "Nie wieder nicht wählen" - Landtagskampagne zum 22. März

Ziel: so hoch wie möglich. Partei: Demokratie. Wahlslogan: "Nie wieder nicht wählen". Was hinter der Kampagne des Landtags steckt.

Die Demokratie ist unter Druck und die Beteiligung an Landtagswahlen geht tendenziell seit Jahrzehnten zurück. Anlass für die erste cross-mediale Kampagne des Landtags zur Wahl am 22. März, wie Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) in Mainz sagte. Der Slogan: "Nie wieder nicht wählen". Das Ziel: So viele Menschen wie möglich zur Stimmabgabe für den neuen Landtag und damit die künftige Landesregierung zu bewegen. 

2021 gaben weniger als zwei Drittel der Wahlberechtigten ihre Stimme ab (64,3 Prozent). Fünf Jahre zuvor waren es noch 70,4 Prozent. 

Überparteilich, kreativ und cross-medial 

"Die überparteiliche Kampagne wirbt nicht für Parteien oder für politische Positionen, sondern für die Demokratie im Allgemeinen und für das Wahlrecht im Speziellen", sagte Hering. "Eine Wahl zu haben und wählen zu dürfen, ist in einer Demokratie das Grundrecht schlechthin. Wir wollen deshalb motivieren und sensibilisieren, dieses Recht bei der Landtagswahl auch wahrzunehmen."

Im Fokus stehen junge Menschen, Erstwähler, "politikferne Gruppen" sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Die Kampagne setze dabei auf interaktive und kreative Formate, wolle Menschen auf der Straße und online erreichen. Außer auf Plakaten ist die Kampagne auf den Internet-Auftritten des Landtags auf Instagram, Tiktok und Youtube zu sehen. Ein "Wahl-Gym" tourt durchs Land, um Menschen zu Entscheidungen und zum Wählen zu animieren. 

Inhaltlich gegen Menschenfeindlichkeit und Antisemitismus

Das Vertrauen in Parteien und in das Funktionieren der Demokratie nehme Studien zufolge ab, sagte Hering. Die politische Meinungsbildung finde zunehmend in digitalen und emotional aufgeladenen Kommunikationsräumen statt, die mit klassischen Informationsangeboten allein oft nicht mehr erreicht würden. 

Inhaltlich richtet sich die landesweite Kampagne insbesondere auch gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. "Wir erleben heute, dass antisemitische und menschenfeindliche Aussagen zunehmend unverhohlen geäußert werden." Die Kampagne rufe dazu auf, Haltung zu zeigen und über emotionale Zugänge zum Nachdenken und zum Austausch anzuregen. 

Das Budget für die Kampagne liegt bei rund 350.000 Euro. Entworfen hat sie die Agentur Urban Media Project GmbH & Co. KG aus Offenbach bei Frankfurt.

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