Die Zugangszahlen sinken. Die Grenzkontrollen tragen dazu bei, sind Experten überzeugt. Sie sehen noch mehr Gründe.
Die Zahl der neuen Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im vergangenen Jahr halbiert. Das Innenministerium in Schwerin meldet 2.312 Asylbewerberzugänge. Im Jahr davor waren es 4.788. Das Ministerium beruft sich dabei auf die Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
Auch die Zahl der Abschiebungen sank. Im Jahr 2024 wurden den Angaben zufolge 390 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben, 2025 waren es nach vorläufigen Zahlen 307. Eine Ministeriumssprecherin erklärte, es könne in den kommenden Tagen noch zu Nachmeldungen kommen. Die Zahl für 2025 beruhe auf den Rückmeldungen des Zentralen Rückführungsmanagements und der kommunalen Ausländerbehörden bis zum Stichtag 5. Januar.
Wie es weiter hieß, lebten Ende des Jahres 3.539 abgelehnte Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern. Davon waren 2.651 im Besitz einer Duldung.
Bundesweit mehr Abschiebungen
Auch bundesweit sind die Asylzahlen im vergangenen Jahr stark gesunken. Die Zahl der Erstanträge lag laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums im Jahr 2025 bei 113.236. Im Jahr davor waren es noch 229.751. 2023 lag die Zahl der Erstanträge sogar bei 329.120.
Für den Rückgang führen Experten verschiedene Gründe an, etwa die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden.
Nach dem Ende der Ära des Langzeitmachthabers Baschar al-Assad kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben.
Im Gegensatz zu Mecklenburg-Vorpommern gab es im vergangenen Jahr bundesweit laut Bundesinnenministerium rund 20 Prozent mehr Abschiebungen.
