Minneapolis: Fondsmilliardär Bill Ackman spendet an ICE-Todesschützen

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Minneapolis: Fondsmilliardär Bill Ackman spendet an ICE-Todesschützen

Wo Bill Ackman auftritt, gibt es Konflikte. Das beweist nun auch eine Spende an einen Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE, der eine Frau erschossen hat.

Die tödlichen Schüsse eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau in Minneapolis sorgen in den USA weiter für Empörung. Erst am Wochenende waren Zehntausende Menschen in Minneapolis und anderen Städten auf die Straße gegangen, um gegen die Gewalt und die verschärfte Migrationspolitik der Trump-Regierung zu protestieren.

10.000 Dollar für ICE-Beamten

Für zusätzliche Aufregung sorgt nun ein Mann, den in diesem Fall wohl kaum jemand auf der Rechnung hatte: Bill Ackman. Der bekannte Hedgefonds-Manager und Gründer des Fondshauses Pershing Square, hat nach eigenen Angaben 10.000 Dollar an eine GoFundMe-Kampagne überwiesen, die jenen ICE-Beamten unterstützen soll, der mit seiner Waffe die tödlichen Schüsse abgefeuert hat. Die Spende sorgt in sozialen Netzwerken für Entrüstung. Kritiker werfen Ackman vor, damit die umstrittene Rolle der ICE-Behörde politisch zu bestärken.

Am Mittwoch vergangener Woche hatte ein ICE-Beamter die 37-jährige US-Staatsbürgerin Renee Nicole Good in Minneapolis erschossen. Nach Angaben der Behörden hatte sie bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde die Straße mit ihrem Auto blockiert. Ein Beamter näherte sich zu Fuß, ging um ihren Wagen herum und filmte auch, wie sie ihn ansprach. Vertreter der US-Regierung warfen Good vor, versucht zu haben, den Beamten zu überfahren. Diese Darstellung weist unter anderem Bürgermeister Frey vehement zurück. Von dem Vorfall gibt es auch Videoaufnahmen.

Bill Ackman verteidigt Spende

Bill Ackman erklärte in einem Statement auf der Plattform X, er glaube an den Grundsatz "unschuldig bis zum Beweis der Schuld" und habe deshalb die Spendenkampagne für den Beamten unterstützt. Zugleich habe er auch die Familie von Good unterstützen wollen – ihre Spendenaktion sei jedoch bereits geschlossen gewesen, als er es versucht habe. Er nannte die gesamte Situation eine Tragödie und rief dazu auf, gemeinsam an Lösungen für die spaltenden Probleme im Land zu arbeiten.

Der 59-Jährige zählt zu den einflussreichsten Hedgefonds-Managern der Wall Street. Reich wurde er mit aktivistischen und oft spektakulären Wetten an den Finanzmärkten. Das "Forbes"-Magazin schätzt sein Vermögen auf rund 9 Mrd. Dollar. Ackman tritt öffentlich als Philanthrop auf und mischt sich regelmäßig in politische Debatten ein. Für Schlagzeilen sorgte er 2024, als er sich von den Demokraten abwandte und offen die Nähe zu Donald Trump suchte. Im vergangenen Jahr kritisierte er den US-Präsidenten dann scharf für seine Zollpolitik.

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