Wetter: Eisglatte Straßen: Winterwetter hat Sachsen weiter im Griff

Published 21 minutes ago
Source: stern.de
Wetter: Eisglatte Straßen: Winterwetter hat Sachsen weiter im Griff

Viele Unfälle auf glatten Straßen - und auf der A14 bricht sogar der Beton: Das Winterwetter lässt Sachsen nicht los. Der ADAC stößt an seine Grenzen und die Lage bei den Blutspenden spitzt sich zu.

Das Winterwetter beeinträchtigt die Menschen in Sachsen weiterhin enorm. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Morgen vor Glätte gewarnt. Alleine im Bereich der Polizeidirektion Dresden registrierten die Beamten von Mitternacht bis 10.00 Uhr 68 Unfälle, bei denen nach derzeitigem Stand sieben Menschen verletzt wurden. Dies sind den Angaben zufolge fast so viele Verkehrsunfälle wie sonst innerhalb von 24 Stunden.

Betonteile auf der A14 durch Kälte herausgebrochen

Auf der A14 bei Leipzig hatte sich nach den seit Tagen eisigen Temperaturen sogar an einigen Stellen der Beton gelöst. Vier Fahrzeuge, die über die Betonteile gefahren waren, wurden beschädigt. Nach Polizeiangaben waren Löcher mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern und einer Tiefe von 30 Zentimetern entstanden. Die Autobahnmeisterei konnte die Fahrbahn provisorisch flicken.

Landesweit war der Winterdienst seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Regen hatte die noch gefrorenen Straßen teils in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Vor allem an Steigungen gab es Probleme im Straßenverkehr. Der ÖPNV startete in Sachsen zumeist planmäßig. In den höher gelegenen Regionen kam es aber immer wieder zu Verzögerungen.

Notaufnahmen stark ausgelastet

Auch die Notaufnahmen in Dresden und Leipzig waren durch die Wetterlage stark gefordert. Am Uniklinikum Dresden wurden mehr als doppelt so viele Behandlungsfälle wie in den vergangenen Tagen registriert - bis zum Mittag waren dort mehr als 50 Patientinnen und Patienten in Behandlung. In den frühen Morgenstunden wurden mehrere Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen gebracht, später überwiegend Passanten nach Stürzen auf glatten Gehwegen - häufig mit Arm- und Beinbrüchen sowie Verletzungen im Schulter-, Becken- oder Kopfbereich. 

Am Uniklinikum Leipzig wurden über das Wochenende täglich gut 140 Menschen behandelt, am Montag stieg die Zahl der Notfälle auf 148. Neben Sturzverletzungen gab es dort zudem vermehrt Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen als Hinweis auf die einsetzende Grippewelle.

Rekordzahl an Pannenhilfe beim ADAC

Der strenge Frost hat unterdessen beim ADAC in Sachsen für eine Rekordzahl an Notrufen gesorgt. Am Montag wurde mehr als 800 Pannenopfern geholfen, so vielen wie seit 2020 nicht mehr, wie der ADAC mitteilte. Das waren 50 Prozent mehr Aufträge als an einem regulären Montag im Winter.

Die Wartezeiten waren aufgrund des hohen Auftragsvolumens hoch. Nur bei jedem zweiten Pannenopfer war Hilfe innerhalb einer Stunde vor Ort, alle Anderen warteten länger. Aufgrund der Straßenverhältnisse erwartet der ADAC auch für diesen Dienstag ein hohes Auftragsvolumen. Dabei müssen sich die Autofahrer auch weiterhin in Geduld üben, weil auch die Pannenhilfe mit den widrigen Straßenverhältnissen und Staus kämpft.

Blutspenden dringend erforderlich 

Das Winterwetter und die Infektionswelle haben zudem zu einem erheblichen Einbruch bei den Blutspenden in Sachsen geführt. "Die Situation spitzt sich zu, die Versorgungslage ist auf sehr niedrigem Niveau", sagte Kerstin Schweiger vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost auf Anfrage. Besonders die Konserven aus Blutplättchen sind demnach nur etwa vier Tage haltbar und müssten durchgehend aufgefüllt werden. 

Sie appellierte an alle gesunde Menschen, jetzt Blut zu spenden. "Nun ist ein perfekter Zeitpunkt für Erstspender, sich an der lebensrettenden und solidarischen Aktion zu beteiligen", betonte Schweiger.

Termine fallen wegen Glätte aus und weniger Spender

Die winterlichen Verhältnisse mit Schnee und Glätte hätten vielerorts zu Absagen der Blutspendetermine gesorgt. "Und dort, wo sie stattfanden, kamen wegen der glatten Wege deutlich weniger Menschen", erläuterte Schweiger.

Zudem sorgt die hohe Infektionswelle für weniger Spenden. Menschen, die krank sind, dürfen nicht Blut spenden. Und wer Antibiotika genommen hat, muss ohnehin vier Wochen aussetzen.

Flugverkehr läuft reibungslos

Dagegen hat das Winterwetter keinen großen Einfluss auf den Flugbetrieb in Leipzig/Halle und Dresden. Es gebe derzeit keine größeren Verspätungen, teilte der Sprecher der beiden Flughäfen, Uwe Schuhart, auf Anfrage mit. Der Winterdienst sei rund um die Uhr im Einsatz, um die Start- und Landebahnen freizuhalten.

Flugzeuge, die länger an den Airports stünden, müssten teilweise enteist werden. "Das entscheidet aber der Pilot der Maschine vor jedem Flug. Er ist dafür verantwortlich und fordert bei Bedarf die Enteiser an", erläuterte Schuhart.

Leichte Entwarnung ist nach DWD-Angaben von Mittwoch an in Sicht. Am Morgen bestehe zwar noch Glättegefahr, aber die Temperaturen steigen demnach im Tagesverlauf über den Gefrierpunkt.

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