Die Berliner Kältehilfe ist bei Minusgraden stärker gefragt. Viele Menschen wählen die Nummern, um anderen zu helfen. Doch fehlende Angaben erschweren die Einsätze. Was sollten Anrufer beachten?
In den vergangenen sehr kalten Nächten haben mehr Menschen die Nummern der Kältehilfen in Berlin gewählt, um anderen zu helfen. Allerdings seien viele dieser Anrufe wenig zielführend gewesen, sagte Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission.
"Es ist wirklich wichtig – und bei Minusgraden im zweistelligen Bereich noch viel wichtiger – dass uns die Menschen unterstützen, indem sie zuerst obdachlose Menschen ansprechen und kurz ein paar Dinge erfragen", sagte sie. So sei es wichtig, vorab zu klären: "Möchte der Mensch, dass der Kältebus kommt und ihn oder sie in eine Notunterkunft befördert?"
Stadtmission: "Erst ansprechen, dann anrufen"
Neben dieser zentralen Information sollten Anrufer auch den Namen erfragen und den genauen Standort und Zustand der Hilfsbedürftigen mitteilen können. Angesicht der weniger hilfreichen Anrufe will die Stadtmission nun als neues Motto "Erst ansprechen, dann anrufen" etablieren.
Das Callcenter priorisiere anhand der Informationen aus den Anrufen und schicke die Busse je nach Dringlichkeit. "Wenn aber nur jemand mit dem Fahrrad an einem Schlafsack vorbeifährt, der irgendwo herumliegt und dann den Kältebus anruft, kann es sein, dass der Bus ganz umsonst dorthin fährt und jemand anderes in dieser Zeit erfriert", erklärte sie. Während normalerweise in kalten Nächten zwischen 20 Uhr und 2 Uhr um die 120 Anrufe eingingen, waren es in den vergangenen Nächten bis zu 170 Anrufe.
DRK: Schon mehr Anrufe als im Dezember
Die Notunterkünfte der Stadtmission seien mit ihren 250 Plätzen zuletzt voll und überbelegt, "damit niemand in die eisige Nacht geschickt werden musste", so Breuer. Aber auch nach den sehr eisigen Temperaturen seien die Unterkünfte mehr als ausgelastet. "Es fehlen dringend mehr Notübernachtungsplätze". Zudem würden mehr Orte benötigt, an denen sich obdachlose Menschen auch tagsüber aufhalten könnten und willkommen seien.
Auch die Nummer der Wärmebusse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wählten deutlich mehr Menschen, wie der Sprecher des DRK-Landesverbandes Karsten Hintzmann sagte. In den ersten elf Tagen des Monats habe es bereits mehr Anrufe gegeben als im gesamten Dezember. Bei der Eiseskälte seien die Berliner aufmerksamer. "Die Witterung ist viel brutaler und setzt den Menschen mehr zu als sonst", sagte er. Er habe den Eindruck, dass bei den Temperaturen zudem mehr Menschen in den Wärmbus stiegen als sonst.
