Fußball-Bundesliga: Brisanz und Abstiegskampf im Hamburger Stadtderby

Published 3 hours ago
Source: stern.de
Fußball-Bundesliga: Brisanz und Abstiegskampf im Hamburger Stadtderby

Der FC St. Pauli sehnt den Befreiungsschlag herbei, der HSV will Revanche für das 0:2 im Hinspiel. Die Hansestadt wappnet sich für ein packendes 113. Stadtderby. Eine wichtige Personalie überrascht.

Der Hamburger SV und der FC St. Pauli wappnen sich für ein elektrisierendes Derby-Wochenende in der Hansestadt. Die Vorfreude bei beiden Teams, Fans und vielen Fußballanhängern in ganz Deutschland ist groß. Und die sportliche Bedeutung der Partie am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) ebenso - beide Fußball-Bundesligisten kämpfen gegen den Abstieg. 

"Stadtduelle an sich sind ja schon mal etwas Besonderes. Die finden auch in Deutschland nicht ganz so häufig statt und auch in dieser Saison dann nur bei uns hier in Hamburg, was dann per se schon etwas sehr Spezielles ist", sagte Merlin Polzin, Trainer des HSV, der am Wochenende keine kurzfristigen Ausfälle zu beklagen hat.

St. Pauli mit einem Sieg wieder am HSV dran

Während der HSV sportlich etwas besser da steht, hat der Tabellenletzte FC St. Pauli mächtig Druck. Für den Kiez-Club ist das 113. Stadtderby gegen den ungeliebten Rivalen so wichtig, weil St. Pauli mit einem Sieg wieder Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen kann. Denn bei einem Sieg könnte der Stadtteilverein den Abstand auf den aktuellen Tabellen-14. HSV auf zwei Punkte verkürzen. 

Bei dem Unterfangen kann Polzins St. Pauli-Kollege Alexander Blessin auf seinen Kapitän Jackson Irvine zurückgreifen. Der Australier hatte wegen Problemen an seinem operierten linken Fuß zuletzt aussetzen müssen. Nach einem bestandenen Test ist der Mittelfeldspieler wieder eine Option - zumindest für den Kader.

Vorerst letztes Stadtduell?

"Wir sind immer noch in der Testphase. Von daher müssen wir einfach auch gucken, wie sein Füßchen da reagiert", sagte Blessin. Der 52-Jährige wollte aber nicht ausschließen, dass sein wichtigster Mann gegen den HSV sogar in der Startelf stehen könnte. 

Der 32-jährige Irvine kann gerade auch in einem brisanten Stadtduell als Anführer wichtig werden. Ob es dieses Derby auch noch in der kommenden Saison geben wird, ist vor der 113. Auflage offen. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer der beiden Hamburger Clubs demnächst wieder zweitklassig sein wird, ist gegeben. "Man kann stolz darauf sein als Hamburg, dass wir zwei Mannschaften in der ersten Liga haben im Fußball-Herrenbereich", stellte Polzin klar. 

HSV hat etwas gutzumachen

In der Hinrunde bezwang St. Pauli den überforderten Bundesliga-Aufsteiger HSV verdient mit 2:0. Danach legte der Aufsteiger personell und qualitativ noch einmal nach und holte unter anderem Abwehrchef Luka Vuskovic sowie die Spielmacher Fabio Vieira und Sambi Lokonga.

Nicht nur aufgrund der Tabellensituation, sondern auch wegen des Hinspiels sei "das schon Motivation genug", sagte Polzin. "Ich bin fest davon überzeugt, weil ich es jeden Tag im Training sehe, weil ich sehe, wie die Mannschaft sich entwickelt hat und wie sie mittlerweile auftritt, dass es eine andere HSV-Mannschaft sein wird als im Hinspiel", sagte Polzin, der das 1:2 des Gegners beim VfL Wolfsburg vor knapp einer Woche selbst angeschaut hatte. 

Nun sind die Voraussetzungen dennoch anders. Nachdem einige Experten St. Pauli nach den drei erfolgreichen ersten Saisonspielen schon weit oben gesehen haben, verlief die Saison anschließend denkbar schlecht. Nur noch fünf Punkte holte St. Pauli nach dem guten Saisonstart. 

Viele Spiele des Gegners seien sehr knapp ausgegangen. Zudem habe die Mannschaft viele Automatismen in den zwei Jahren mit Trainer Blessin einstudiert, die sie sehr stark machten, lobte Polzin. Vor dem Tor ließen sie etwa nur wenige Möglichkeiten zu. "Deswegen wird es nicht nur von der Emotionalität her ein besonderes Spiel, sondern auch sportlich natürlich eine große Herausforderung", warnte der HSV-Coach. 

St. Paulis Wahl: "Ab jetzt ist jedes Spiel für uns das wichtigste"

"Für die Fans, für den Verein ist es natürlich das Wichtigste. Für die ganze Stadt ist es das Wichtigste. Für uns als Mannschaft ist es auch sehr wichtig, aber ich glaube, dass - wenn man die Punktzahl sieht, die wir jetzt haben - ab jetzt dann jedes Spiel das wichtigste ist", sagte bei einer Medienrunde St. Paulis Abwehrspieler Hauke Wahl, der in Hamburg geboren wurde und als Kind HSV-Sympathisant war. "Aber das ist gefühlt 100 Jahre her."

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