Mit Gil Ofarim zieht ein Promi ins Dschungelcamp, der einen aufsehenerregenden Gerichtsprozess hinter sich hat - wie frühere Kandidaten.
Vor der 19. Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" (ab 23. Januar, auch bei RTL+) sorgt vor allem die Teilnahme von Gil Ofarim (43) für Kritik. Wegen seines Davidstern-Skandals kündigten in den sozialen Netzwerken sogar etliche Zuschauerinnen und Zuschauer einen Dschungelcamp-Boykott an. Der Musiker ist allerdings nicht der erste Promi, der sich nach einem Prozess ans TV-Lagerfeuer wagt. In der Vergangenheit machte sogar schon eine wegen Totschlags verurteilte Schauspielerin bei der Sendung mit - und einige Dschungelkandidaten hatten wegen ihrer Vorstrafen gar Probleme bei der Einreise nach Australien.
Gil Ofarim gab Lüge zu
Gil Ofarim ist hingegen nicht vorbestraft. Das Landgericht Leipzig stellte das Verfahren gegen eine Geldstrafe von 10.000 Euro ein. Darum ging es: Der jüdische Ofarim hatte im Oktober 2021 ein viel beachtetes Video in den sozialen Medien geteilt, in dem er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels beschuldigte, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben. Der Mann habe ihn aufgefordert, seine Kette mit Davidstern verschwinden zu lassen, damit er einchecken könne. Ofarim erstattete Anzeige. Der Hotelmitarbeiter bestritt die Vorwürfe jedoch vehement und zeigte den Musiker wegen Verleumdung an. Im November 2023 begann der Prozess, in dem Ofarim schließlich zugab, gelogen zu haben.
Martin Semmelrogge durfte wegen seiner Vorstrafen nicht einreisen
Sänger Gunter Gabriel (1942-2017) war 2016 im Dschungelcamp und brachte ein umfangreiches Vorstrafen-Register mit. Mehr als 20 Mal wurde er verurteilt, unter anderem wegen Körperverletzung, Betrug und Beamtenbeleidigung. Mallorca-Auswanderer Jens Büchner (1969-2018), der 2017 dabei war, hatte aus seiner Zeit als Versicherungsvertreter eine sechsmonatige Freiheitsstrafe wegen Anlagebetrugs erhalten, die 2014 zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt wurde.
2023 sollte eigentlich Schauspieler Martin Semmelrogge (70) Dschungelcamper werden. Aber ihm wurde seine Vergangenheit zum Verhängnis. Der TV-Star war unter anderem wegen Verkehrsdelikten, Urkundenfälschung, Drogenbesitz und Diebstahl verurteilt und durfte nicht nach Australien einreisen. Ersatzkandidatin Djamila Rowe (58) kam zum Zuge und wurde zur Dschungelkönigin gekrönt.
Gerichtsärger nach dem Dschungel
Auch nach der TV-Show mussten sich einige Promis vor Gericht verantworten. So auch Vorjahresgewinnerin Lilly Becker (49): Nach ihrem Dschungelsieg 2025 kam es zu einem Prozess um Geldzahlungen, die sie als Schenkungen bezeichnete, während die Gegenseite von Darlehen sprach. Das Münchner Landgericht verurteilte Becker zur Rückzahlung, sie geht gegen das Urteil vor, hat Berufung eingelegt.
Auch die Dschungelkönigin von 2014, Melanie Müller (37), sorgte für juristisches Aufsehen. Die Schlagersängerin ist gerade in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig sprach Müller wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig. Sie soll laut "Bild" insgesamt 3.500 Euro zahlen und damit weniger als im Urteil des Amtsgerichts im August 2024. Müller will weiter kämpfen und ficht das Urteil an.
Bei Model Gina-Lisa Lohfink (39) ging nach dem Dschungel 2017 direkt ihr Prozess in die nächste Runde. Nach ihrer Verurteilung im August 2016 wegen falscher Vergewaltigungsverdächtigung und einer Geldstrafe von 20.000 Euro war sie in Revision gegangen. Das Kammergericht in Berlin bestätigte im Februar 2017 den Schuldspruch.
Ex-Torhüter Eike Immel (65) wurde im August 2025 wegen Betrugs in 107 Fällen zu einer Haftstrafe in Höhe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt. Er ficht das Urteil an.
2009 hatten gleich zwei Stars eine Prozess-Vergangenheit
Ein ganz anderes Kaliber gab es in der vierten Staffel des Dschungelcamps im Jahr 2009: Damals saßen Ingrid van Bergen (1931-2025) und Günther Kaufmann (1947-2012) am Lagerfeuer. Die Schauspielerin war mit damals 77 Jahren nicht nur die älteste Kandidatin, sie hatte auch einen viel beachteten Skandalprozess hinter sich. 1977 wurde sie wegen Totschlags an ihrem Lebensgefährten zu sieben Jahren Haft verurteilt, da sie ihn in einer Nacht im Februar 1977 unter Alkoholeinfluss erschossen hatte. Wegen guter Führung wurde sie nach rund fünf Jahren Haft vorzeitig entlassen. Im Dschungel konnte sie sich rehabilitieren und sogar die Dschungelkrone holen.
Günther Kaufmann wurde 2002 nach dem Tod seines Steuerberaters wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Aufdeckung der wahren Täter widerrief er sein Geständnis und wurde 2005 freigesprochen, musste aber erneut vor Gericht, weil er durch seine Falschaussage zwei unschuldige Männer belastet hatte. Er wurde schließlich wegen Freiheitsberaubung verurteilt und gestand später, dass das ursprüngliche Geständnis ein Fehler war, er wollte seine schwerkranke Frau decken, die drei Männer zu der Tat angestiftet hatte.
