Wolfgang Bahro im "Haveltod"-Krimi: "GZSZ"-Star wünscht sich weitere TV-Rollen

Published 6 hours ago
Source: stern.de
Wolfgang Bahro im "Haveltod"-Krimi: "GZSZ"-Star wünscht sich weitere TV-Rollen

"GZSZ"-Urgestein Wolfgang Bahro spricht über die Arbeit am RTL-Krimi "Haveltod" und was der Dreh für seine Rolle als Jo Gerner bedeutet hat.

"GZSZ"-Star Wolfgang Bahro (65) mimt den Profiler Armin Weber in "Haveltod - Ein Potsdam-Krimi". In dem Film (Ausstrahlung am Dienstag, 13. Januar, um 20:15 Uhr bei RTL und auf RTL+) wird die Leiche einer jungen Frau im Glockenturm der Heilandskirche gefunden. Der Fall weist auffällige Parallelen zu einem alten Mord auf.

Kriminalhauptkommissar Gregor Weber (Felix Kreutzer) bittet seinen Vater, Armin Weber, um Hilfe. Er gilt als einer der besten Profiler des Landes, doch zwischen den beiden herrscht seit dem alten Fall Funkstille. Während sie versuchen, den neuen Fall zu lösen, geraten Vater und Sohn selbst in das Visier eines gefährlichen Täters.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erzählt Wolfgang Bahro, warum ihm die Rolle des Profilers zugesagt hat, wie er trotz der "GZSZ"-Pause für den "Haveltod"-Dreh in der RTL-Daily "anwesend" war und ob er sich eine weitere "GZSZ"-Auszeit vorstellen könnte.

Sie waren außerhalb von "GZSZ" bislang eher selten im Fernsehen zu sehen. Warum haben Sie für "Haveltod" eine Ausnahme gemacht?

Wolfgang Bahro: Das liegt gar nicht so sehr an mir, ob ich nun häufiger im Fernsehen auftauche oder nicht (lacht). Aber natürlich freue ich mich, wenn sich Gelegenheiten ergeben. Als das Angebot kam, meinen ersten Krimi zu drehen, musste ich nicht lange überlegen. Anfangs standen drei Rollen zur Auswahl: ein Staatsanwalt im Allgäu - das war mir zu nah an Dr. Gerner -, ein Kommissar an der Ostsee und schließlich ein Profiler in Potsdam. Letzteres hat mich sofort angesprochen: die Nähe zu meiner Heimat und die Möglichkeit, in Potsdam zu bleiben, waren praktisch. Vor allem aber fand ich die Figur an sich spannend. Die Art, wie ein Profiler an einen Fall herangeht, fasziniert mich sehr.

Hatten Sie Bedenken, dass die Zuschauer Sie zu sehr mit Dr. Gerner in Verbindung bringen, wenn Sie nun eine andere Rolle bei RTL spielen?

Bahro: Natürlich denkt man darüber nach. Wenn jemand über 30 Jahre dieselbe Rolle spielt, ist es klar, dass das Publikum ihn damit identifiziert. Aber ich halte die Zuschauer für intelligent und fernseherfahren genug, um zwischen den Figuren zu unterscheiden. Vielleicht denken sie in den ersten Minuten noch: "Ach, da ist ja Jo Gerner als Profiler." Doch ich bin sicher, dass sich das schnell legt, sobald sie in die Geschichte eintauchen - und dann sehen sie eben Armin Weber.

Wollten Sie die Rolle bewusst deutlich von Gerner absetzen?

Bahro: Auf jeden Fall - vor allem optisch. Ursprünglich war geplant, dass Armin Weber ähnlich wie Gerner Dreiteiler trägt, also Weste, Jackett und Hose. Da habe ich gesagt: "Das macht doch schon Gerner." Am Ende haben wir uns auf eine Variante mit T-Shirt und Jackett geeinigt - ein bisschen im Stil von Miami Vice.

Wie haben Sie sich auf die Rolle als Profiler vorbereitet - gab es spezielle Recherchen oder Techniken?

Bahro: Wir hatten mit Axel Petermann einen Fachberater, der früher in Bremen Kriminalkommissar war, später Profiler wurde und mehrere Bücher geschrieben hat. Er war am Set, und ich konnte mich ausführlich mit ihm austauschen. Er schenkte mir auch eines seiner Bücher. Außerdem habe ich mir eine US-Serie über die Anfänge des Profilings beim FBI angesehen. Ich fand es unglaublich spannend, wie unterschiedlich diese Arbeit im Vergleich zu klassischen Ermittlungen ist. Während Kriminalbeamte vor allem Indizien, Aussagen und Spuren auswerten, arbeitet der Profiler auf psychologischer Ebene. Er fragt: "Warum handelt der Täter so?" und versetzt sich in dessen Lage - "Was würde ich tun, wenn ich an seiner Stelle wäre?" Das fand ich äußerst faszinierend.

Armin Weber arbeitet eng mit seinem Sohn zusammen - auch wenn sie nicht immer einer Meinung sind, bilden sie ein gutes Team. Wie wäre das mit Ihrem eigenen Sohn?

Bahro: Das käme ganz darauf an. Ich kann mir schon vorstellen, dass wir uns auch mal in die Haare kriegen würden, weil er andere Vorstellungen hat als ich. Aber wenn man sich auf einer gemeinsamen Ebene einigt, funktioniert das bestimmt gut.

Ihre Pause bei "GZSZ" hing direkt mit den Dreharbeiten zu "Haveltod" zusammen. Wie haben Sie diese Pause erlebt?

Bahro: Ich hatte ja schon öfter längere Urlaube oder Pausen. Einmal war ich drei Monate in Bad Segeberg und habe bei "Winnetou" den Santer gespielt - da war ich halb präsent, bin sonntags nach der Vorstellung nach Berlin gefahren und montags bis mittwochs am "GZSZ"-Set gewesen. Oder ich war mal zwei Monate in Neuseeland und Bhutan urlauben, da war ich gar nicht in der Serie zu sehen. Diesmal war es aber das erste Mal, dass ich gezielt für einen Film pausiert habe. Währenddessen lag Jo Gerner im Koma - das war ganz interessant, weil ich dadurch trotzdem "anwesend" war. Man hatte mich vorher mit Sauerstoffmaske und geschlossenen Augen gefilmt, und diese Szenen wurden dann immer wieder eingeblendet, während die anderen Figuren mir ihre Geschichten erzählt haben (lacht). Wenn nur von weitem gefilmt wurde, lag natürlich ein Double da.

Konnten Sie die "GZSZ"-Pause auch für sich persönlich nutzen?

Bahro: Ja, ich bin anschließend noch kurz in den Urlaub gefahren - die Dreharbeiten waren nämlich ziemlich intensiv und mit hohem Pensum. Mit Felix Kreutzer, der meinen Sohn spielt, habe ich kürzlich darüber gesprochen. Wir Hauptdarsteller waren wirklich jeden Tag im Einsatz, von morgens bis abends. Das ist schon ein Unterschied zu "GZSZ", wo etwa 20 Hauptfiguren abwechselnd im Mittelpunkt stehen. Da hat man zwischendurch Pausen zwischen den Szenen - beim Krimi hingegen ging es Schlag auf Schlag.

Könnten Sie sich künftig weitere TV-Rollen vorstellen?

Bahro: Aber sicher! Ich hoffe natürlich, dass "Haveltod" beim Publikum gut ankommt - das wäre großartig. Eine weitere Pause für Gerner wäre kein Problem: Er hat ja noch seine Enkelin in Boston und könnte dort wieder Vorträge in Harvard halten (lacht). Ihn aus der Serie rauszuschreiben, ist also recht unkompliziert.

Was steht für Sie - neben der Ausstrahlung von "Haveltod"- sonst noch 2026 an?

Bahro: Am 28. Februar spiele ich im Schlosspark Theater noch einmal das Live-Hörspiel "Die seltsame Gräfin" von Edgar Wallace - zusammen mit Brigitte Grothum, Debora Weigert, Oliver Nitsche und Harald Effenberg. Und ansonsten lasse ich mich überraschen, was das Jahr bringt.

Planen Sie Ihre Jahre gerne im Voraus, oder lassen Sie die Dinge lieber auf sich zukommen?

Bahro: Ich kann ohnehin nur bedingt planen, da ich ja weiterhin bei "GZSZ" drehe. Urlaube müssen früh abgestimmt werden, und auch andere Projekte hängen davon ab. Dieter Hallervorden fragt mich beispielsweise oft rechtzeitig, ob ich wieder Theater bei ihm spielen möchte. Aber es gibt auch spontane Anfragen - etwa für Shows oder kürzere Drehs.

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