Mit der "Weltuntergangsuhr" bewerten Wissenschaftler seit Jahren, wie nah die Menschheit ihrer Ansicht nach dem Abgrund ist. Die derzeitige Lage bereitet ihnen große Sorgen.
Angesichts der instabilen Weltlage haben Wissenschaftler die Zeiger der "Weltuntergangsuhr" erstmals auf 85 Sekunden vor Mitternacht gestellt und damit vor einer globalen Katastrophe gewarnt. Sorge bereiteten unter anderem aggressives Verhalten der Atommächte Russland, China und USA, die Klimakrise, Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie mögliche Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz, teilten die Forscherinnen und Forscher des "Bulletin of the Atomic Scientists" in Washington mit.
Auch die Vereinten Nationen zeigten sich besorgt. "Es ist notwendig, dass alle Mitgliedsstaaten - insbesondere diejenigen mit Atomkraft - zu einem Weg der nuklearen Abrüstung zurückkehren, um die Spannungen zu besänftigen", sagte Stéphane Dujarric, Sprecher von UN-Chef António Guterres, in New York. "Dann können wir die Weltuntergangsuhr zumindest einmal auf 86 zurückdrehen."
In den vergangenen Jahren waren die Zeiger der Uhr immer näher an Mitternacht herangerückt - von 100 Sekunden auf 90 und im vergangenen Jahr dann auf 89. Mit 85 Sekunden stehen die Zeiger nun so nah an Mitternacht wie noch nie zuvor in der Geschichte der "Weltuntergangsuhr". Damit ist den Forschern zufolge die Gefahr, dass sich die Menschheit durch einen Atomkrieg oder die selbst verschuldete Erderhitzung auslöscht, inzwischen so groß wie nie zuvor seit Erfindung der Uhr 1947. Der symbolische Stand der Uhr wird ein Mal im Jahr mitgeteilt.
