Sturmtief "Elli" hat Nordrhein-Westfalen weitgehend verschont. Lediglich bei der Bahn sind mehrere Weichen eingefroren. Das betrifft vor allem Reisende in Richtung Niedersachsen.
Viel Regen, wenig Glätte - und nur in Ostwestfalen und dem Sauerland Probleme auf Straßen und Schienen: Sturmtief "Elli" hat den Berufsverkehr in Nordrhein-Westfalen am Freitagmorgen weitgehend verschont. Lediglich auf einigen Bahnlinien an der Grenze zu Niedersachsen kam es zu Problemen.
Auf den Straßen war es so ruhig wie selten, weil viele Autofahrer wegen der Glättewarnungen offensichtlich zu Hause geblieben waren. Laut WDR-Verkehrsstudio gab es auf den Autobahnen in NRW mitten im Berufsverkehr keinen einzigen Kilometer Stau - das gibt es sonst eigentlich nie an einem Werktag.
In der Nacht zum Samstag könne es dann durch Schnee und gefrierende Nässe aber noch einmal gefährlich auf den Straßen werden. Die Polizei appellierte an Autofahrer, überall vorsichtig zu fahren.
Lastwagen kommen nicht vom Fleck
Das Tiefdruckgebiet war in der Nacht zum Freitag über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen. Winterdienste waren im Dauereinsatz, um die Straßen freizuhalten. Laut Polizei gab es zwar einige Unfälle, aber kein großes Chaos auf den Straßen.
Auf den Autobahnen ging es im Sauerland und in der Eifel für einige Lastwagenfahrer erst weiter, nachdem der Winterdienst gekommen war. Im Kreis Lippe fuhren sich bei Horn-Bad Meinberg mehrere Lastwagen auf der Bundesstraße 1 fest. Im Siegerland rutsche ein Bus gegen einen Baum - Fahrgäste waren zu dem Zeitpunkt nicht im Fahrzeug. Im Hochsauerland verlor ein Fahrer auf der schneeglatten B7 die Kontrolle über sein Auto und prallte in die Leitplanke.
In Kalkar am Niederrhein kam es zu einem Unfall, als der Fahrer eines Geldtransporters ein Räumfahrzeug überholen wollte. Im gleichen Moment bog der Winterdienst-Mitarbeiter nach links ab und kollidierte mit dem überholenden Wagen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt.
Bahnverkehr nach Niedersachsen beeinträchtigt
Bei Bus und Bahn kam es in Ostwestfalen an der Grenze zu Niedersachsen zu Einschränkungen durch den Schnee. Auf einigen Linien seien durch den starken Schneefall am Freitagmorgen Weichen ausgefallen, teilte die Bahn mit. Betroffen waren Züge auf den Linien RB84 und RB85 von Paderborn in Richtung Niedersachsen sowie Züge der Linien RB74 zwischen Paderborn und Bielefeld.
Im Sauerland gab es Probleme auf den Linien RE17 und RE57: Die Strecke zwischen Marsberg und Warburg war wegen der Witterung zeitweise gesperrt, Reisende mussten dort auf Ersatzbusse umsteigen, teilte die Bahn mit. In Kalletal im Kreis Lippe wurde der Busverkehr eingestellt, weil es zu glatt war.
Tief "Elli" bringt anderswo viel Schnee
Die größte Gefahr durch "Elli" sieht der Deutsche Wetterdienst am Freitag weiter im Nord-Osten - so wird unter anderem in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein vor Gefahren für den Verkehr gewarnt. Dort könnten verbreitet 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.
Das Wochenende bringt auch in Nordrhein-Westfalen noch einmal knackig kalte Temperaturen. Bis zu minus 13 Grad seien in Ostwestfalen möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Auch an Rhein und Ruhr gebe es Dauerfrost. Allzu starken Schneefall erwarten die Meteorologen aber nicht mehr.
