Vor Landtagswahl im September: Umfrage: AfD weiter stärkste Kraft in MV - SPD legt zu

Published 3 hours ago
Source: stern.de
Vor Landtagswahl im September: Umfrage: AfD weiter stärkste Kraft in MV - SPD legt zu

Im Herbst wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Schwesig verringern den Abstand auf die AfD.

Knapp acht Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD einer Umfrage zufolge trotz leichter Verluste weiterhin deutlich vorn. 35 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden der Partei ihre Stimme geben, wie aus der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hervorgeht.

Die SPD der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 25 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der vorangegangenen Umfrage im September. Bei der Landtagswahl 2021 erhielten die Sozialdemokraten allerdings 39,6 Prozent der Stimmen.

Die AfD verlor im Vergleich zur Umfrage im September drei Prozentpunkte. Die CDU würden wie im September 13 Prozent wählen, die Linke kommt unverändert auf 12 Prozent. Das BSW liegt bei 6 Prozent, die Grünen erhielten nur noch 4 Prozent der Wählerstimmen - nach 5 Prozent im September. Die FDP wird nicht einzeln aufgeführt. 

Die Umfrage ist nach Angaben des NDR repräsentativ. 1.145 Wahlberechtigte beantworteten in der vergangenen Woche unter anderem diese Frage: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag in MV Landtagswahl wäre?"

Politikwissenschaftler sieht Trend

Der Greifswalder Politikwissenschaftler Jochen Müller sieht in den neuen Zahlen einen "eindeutigen Trend". Themen, in denen die SPD als kompetenter gelte, seien seit September wichtiger als andere geworden, sagte er im NDR. So hat die Bildung die Migration als drängendstes Thema für die Befragten abgelöst.

"Und wir sehen auch natürlich jetzt schon eine Zuspitzung", sagte Müller weiter. Die SPD gewinne von den kleineren Parteien, die eine SPD-Führung verhindern wollten.

Freude bei Schwesig über Plus für die SPD

Die SPD-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, reagierte erleichtert auf die Umfrage-Ergebnisse. "Ich freue mich über das klare Plus für die SPD und die Unterstützung meiner Arbeit als Ministerpräsidentin", teilte sie mit.

Die Ergebnisse zeigten, dass es bei der Wahl im September um viel gehe. "Es geht um die Frage, in welche Richtung sich Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten Jahren entwickelt." Die Menschen könnten sich darauf verlassen, dass die Landesregierung weiter für das Land arbeite. "Für eine starke Wirtschaft, für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen und für einen festen sozialen Zusammenhalt."

Die Umfrage zeige auch, dass das Thema Bildung sehr wichtig sei. "Deshalb ist es richtig, dass wir einen Schwerpunkt bei Kitas und Schulen setzen." Das Thema Bildung/Ausbildung war von den meisten Befragten als das dringlichste politische Problem im Land genannt worden.

SPD zusammen mit der Linken vor der AfD

Die Wahl 2021 hatte die SPD mit der Landesvorsitzenden Schwesig an der Spitze mit 39,6 Prozent klar gewonnen und danach eine Koalition mit der Linken gebildet. Der Umfrage zufolge würde die aktuelle Regierung aus SPD und Linken mit gemeinsam 37 Prozent etwas mehr Stimmen als die AfD bekommen. Für eine Neuauflage der rot-roten Koalition würde es aber nicht reichen. Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist am 20. September 2026.

Durchgeführt wurde die Befragung von Infratest dimap im Auftrag des NDR zwischen dem 21. und dem 24. Januar 2026. Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Bei der Landtagswahl 2021 kam die SPD auf 39,6 Prozent, gefolgt von der AfD (16,7), der CDU (13,3), der Linken (9,9), den Grünen (6,3) und der FDP (5,8).

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