Als Yoon Suk Yeol 2024 in Südkorea überraschend das Kriegsrecht verhängte, löste der damalige Staatschef nicht nur Proteste, sondern eine Staatskrise aus. Jetzt gibt es Konsequenzen.
Südkoreas früherer Präsident Yoon Suk Yeol ist in einem ersten Prozess gegen ihn zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Richter am Bezirksgericht in der Hauptstadt Seoul befand den Ex-Staatschef wegen Justizbehinderung und weiterer Anklagepunkte im Zusammenhang mit der vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts für schuldig. Das Gericht sah es zudem als erwiesen an, dass der Ex-Präsident offizielle Dokumente gefälscht und gesetzliche Vorschriften für die Ausrufung des Kriegsrechts missachtet hat. Zudem hat der 65-Jährige mit Hilfe des präsidialen Sicherheitsdienstes seine Verhaftung verhindert.
Es ist das erste Urteil gegen Yoon, der am 3. Dezember 2024 vor dem Hintergrund eines Haushaltsstreits zeitweise das Kriegsrecht ausgerufen und Südkorea damit in eine tiefe politische Krise gestürzt hatte. Gegen die Entscheidung kann Berufung eingelegt werden.
Todesstrafe für Südkoreas Ex-Präsidenten gefordert
Im Streit mit der Opposition hatte Yoon am 3. Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht verhängt und dadurch eine Staatskrise ausgelöst. Der konservative Politiker begründete die radikale Maßnahme mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung Südkoreas. Zudem warf er der linken Opposition vor, von Kommunisten mit Verbindungen in China und Nordkorea unterwandert zu sein. Für seine Anschuldigungen legte Yoon keine Beweise vor.
Das Kriegsrecht wurde nach großen Protesten wenige Stunden später wieder aufgehoben, Yoon kurze Zeit darauf seines Amtes enthoben. Seit Anfang Juni 2025 hat Südkorea mit Lee Jae Myung einen neugewählten Präsidenten.
In einem separaten Prozess hat die Staatsanwaltschaft jüngst wegen des Verdachts des Aufruhrs die Todesstrafe für Yoon gefordert. Ein Urteilsspruch dazu ist für den 19. Februar angesetzt. Auch wenn in Südkorea weiterhin die Todesstrafe verhängt wird, wurde diese seit fast 30 Jahren nicht mehr vollstreckt.
Internationale Investoren zeigten sich damals besorgt um die Stabilität des ostasiatischen Tigerstaates - und hielten Investitionen zurück. Weltweit litt das Ansehen des Landes, das im Westen zuvor stets als politisches und wirtschaftliches Vorbild in der Region gegolten hatte. Seit dem Sommer wird Südkorea von Präsident Lee Jae Myung regiert, einem links-zentristischen Politiker und langjährigen politischen Rivalen Yoons.
