Mecklenburg-Vorpommern hat mit viel Feuerwerk die Ankunft des neuen Jahres gefeiert. Es kam es zu zahlreichen Zwischenfällen.
Mecklenburg-Vorpommern hat mit viel Feuerwerk und ausgelassenen Feiern das neue Jahr begrüßt. Dabei kam es zu einer Reihe von Zwischenfällen, die laut Polizei oft auf unsachgemäßen Umgang mit Pyrotechnik zurückzuführen waren.
Einem 23-Jährigen riss in Reddelich bei Rostock ein explodierender Böller die Hand ab. Der junge Mann kam in der Silvesternacht mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Der Böller habe eine erhebliche Sprengkraft gehabt, die über das hinausgegangen sei, was es im Supermarkt gebe. Ob es sich um einen selbstgebauten Knaller oder illegale Importware handelte, war zunächst unklar.
Rund 300 Notrufe im Landeswesten
Insgesamt sprach das Polizeipräsidium Rostock, das für den Westteil des Landes zuständig ist, von einer "bewegten Nacht". Rund 300 Notrufe seien eingegangen. Es habe 74 kleinere Brände gegeben, etwa an Hecken, Mülltonnen und Müllcontainern.
Besonders betroffen war den Angaben zufolge der Bereich Stockholmer Straße/Osloer Straße in Rostock. Dort sei es innerhalb kurzer Zeit zu mehreren Bränden gekommen. Ein Tatverdächtiger habe bisher aber nicht gefunden werden können, hieß es in einer ersten Bilanz am Morgen.
Carports, Autos und Bootsschuppen abgebrannt
Am Großen Stadtsee in Penzlin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) brannten am frühen Neujahrsmorgen fünf Bootsschuppen ab. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 50.000 Euro. Verletzt wurde demnach niemand. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar.
In Bergen auf Rügen geriet ein Carport mit einem Auto darunter in Brand. Die Flammen beschädigten laut Polizei auch die Fassade des angrenzenden Mehrfamilienhauses. Der Schaden werde auf 85.000 Euro geschätzt. Verletzt worden sei niemand. Beim Brand eines Carports in Bugewitz bei Anklam wurden der Polizei zufolge mehrere Personen leicht verletzt. In Ralswiek auf Rügen gerieten drei Autos in Brand.
In Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ging den Angaben zufolge ein weiteres Auto in Flammen auf. Der Schaden dort belaufe sich auf rund 3.000 Euro. Auch in diesem Fall sei die Ursache noch unklar, Pyrotechnik werde nicht ausgeschlossen.
Zigarettenautomat aufgesprengt
Am Barnstorfer Weg in Rostock sprengte eine Personengruppe einen Zigarettenautomaten, wie es weiter vom Polizeipräsidium Rostock hieß. "Während der polizeilichen Maßnahmen vor Ort kam es zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen den anwesenden Personen." An dem Zigarettenautomaten sei ein Sachschaden von geschätzt 10.000 Euro entstanden.In Schwerin warfen Unbekannte laut Polizei Feuerwerkskörper auf denBalkon eines Mehrfamilienhauses, wodurch es zu einem Brand kam. Eine Mutter und ihre Tochter in der Wohnung erlitten demnach einen Schock. Die Wohnung sei vorerst nicht bewohnbar.
Bei ihren Silvester-Einsätzen stellte die Polizei landesweit mehrere Schreckschusswaffen sicher, wie es weiter hieß. Auch illegales Feuerwerk sei beschlagnahmt worden. In Waren an der Müritz stellten die Beamten demnach mehr als ein Kilogramm unerlaubter Pyrotechnik sicher. Ein 17-Jähriger soll sie sich online bestellt haben. Ermittelt werde gegen ihn nun wegen verbotener Einfuhr und illegalem Besitz von Pyrotechnik nach dem Sprengstoffgesetz. Auf den Fall stießen die Beamten den Angaben zufolge über einen anonymen Hinweis bei der Onlinewache der Polizei.
