Ein Mann soll seine Frau gezwungen haben, sich selbst die Pulsadern durchzuschneiden. Dann griff er selbst zum Messer.
Vor dem Landgericht Hanau hat ein Prozess gegen einen Mann begonnen, dem die Staatsanwaltschaft Mordversuch an seiner Frau vorwirft. Die Frau habe sich von dem heute 37-Jährigen trennen wollen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe im Mai 2025 seine Frau in der gemeinsamen Wohnung in Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) ins Bad gelockt und sie unter Drohungen gezwungen, sich mit einem Rasiermesser selbst die Pulsadern durchzuschneiden.
Weil sie sich aber lediglich zaghaft die Hautoberfläche des Handgelenks angeschnitten hatte, soll der Mann laut Anklageschrift die Hand seiner Frau geführt und ihr einen tiefen Schnitt ins Handgelenk zugefügt haben. Der Mann habe angenommen, seine stark blutende Frau liege im Sterben, und habe mit den gemeinsamen Kindern die Wohnung verlassen, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Die Frau wurde von einer Freundin gefunden und in einer Notoperation gerettet.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten neben Mordversuch auch Freiheitsberaubung vor. Für den Prozess sind zunächst acht weitere Verhandlungstermine angesetzt.
