Die Gewerkschaft der Polizei, Ärztevertreter und Tierschützer dringen auf ein Verbot von Böllern an Silvester. Brandenburgs Innenminister Wilke macht einen Vorschlag.
Brandenburgs Innenminister René Wilke bringt erlaubte Böllerzonen als Alternative zu einem Böllerverbot ins Gespräch. "Vielleicht ist die Idee der Umkehr (durch erlaubte Zonen) die praktikabelste", schrieb der SPD-Politiker am Donnerstagabend bei Instagram. "Es könnte besser kontrolliert werden, was eingesetzt wird."
Er schlug eine Kontrolle der verwendeten Pyrotechnik an weniger belebten Stellen für eine begrenzte Zeit vor. "So würden nicht derart viele Menschen (und Tiere) in Mitleidenschaft gezogen werden für den Willen einiger."
Gewerkschaft der Polizei für Böllerverbot
Die Gewerkschaft der Polizei Berlin hatte eine Petition mit dem Titel "Bundesweites Böllerverbot, jetzt!" gestartet. Bisher haben rund drei Millionen Menschen dafür unterschrieben, wie aus der Online-Petition hervorgeht.
Die Innenminister von Bund und Ländern waren sich bei einem Treffen im Dezember in Bremen nicht einig über ein Böllerverbot. Wilke warb für seinen Vorschlag, da ein Komplettausstieg von einem Jahr auf das nächste "wohl weder umsetzbar noch kontrollierbar wäre".
In Brandenburg wurden laut Wilke in der jüngsten Silvesternacht 21 Menschen durch Pyrotechnik verletzt. In Berlin war die Silvesternacht nach einer ersten Einschätzung der Polizei nicht ganz so problematisch verlaufen wie in den vergangenen Jahren. Das Unfallkrankenhaus Berlin schrieb aber beim Portal X vom dramatischen Fall eines Kindes mit vermuteter Kugelbomben-Verletzung. Ein Jahr vorher war ein siebenjähriger Junge in Berlin von einer Kugelbombe lebensgefährlich verletzt worden.
