Nach internationaler Aufmerksamkeit wird chinesische App "Bist du tot?" umbenannt

Published 6 hours ago
Source: stern.de
Nach internationaler Aufmerksamkeit wird chinesische App "Bist du tot?" umbenannt

Nachdem eine chinesische App für Alleinlebende mit dem provokanten Namen "Bist du tot?" international Aufmerksamkeit erregt hat, will das dahinter stehende Unternehmen sie umbenennen. "Nach ausführlicher Abwägung" werde die App nun auch in China ihren globalen Markennamen Demumu offiziell annehmen, teilte Moonscape Technologies am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Bisher heißt die App Sileme, was auf Mandarin "Bist du tot?" oder auch einfach nur "Tot?" bedeutet.

Die App, deren Symbol ein Geist ist, schlägt bei einer hinterlegten Kontaktperson Alarm, wenn eine Nutzerin oder ein Nutzer 48 Stunden lang keine Rückmeldung gibt. Am Dienstag war Sileme, deren bisheriger Name auf die beliebte chinesische Essensliefer-App Eleme anspielt, eine der beliebtesten kostenpflichtigen Apps in chinesischen App-Stores. Bei Apple stand sie schon seit Sonntag an der Spitze der Charts. 

Das brachte der Software die Aufmerksamkeit nicht nur chinesischer, sondern auch internationaler Medien ein. Laut ihrem Anbieter führte insbesondere die Berichterstattung des britischen Senders BBC zu einem "explosiven Wachstum" der Nutzerzahlen im Ausland. Auch die Nachrichtenagentur AFP hatte über den Erfolg der Software berichtet.

Einige Nutzer reagierten überrascht auf die Namensänderung. "Glaubt Ihr nicht, dass das Viralgehen genau auf Euren Namen zurückzuführen ist?", schrieb ein Nutzer im chinesischen Onlinedienst Weibo. "Ohne ihn hätte niemand diese App installiert, außer in absoluten Notfällen." Ein anderer Nutzer kommentierte den neuen Namen der App: "Mit diesem neuen Namen verliert sie ihre Würze." 

Zuvor hatte der provokante Name allerdings auch Kritik erregt. "Wenn ich wollte, dass meine Großeltern diese App herunterladen, könnte ich mich wahrscheinlich nicht dazu durchringen, den Namen auszusprechen", sagte etwa die 20-Jährige Studentin Huang Zixuan. Die 36-jährige Büroangestellte Sasa Wang sagte dagegen, für Menschen im mittleren Alter sei der Name kein Problem - sie machten sich ohnehin Gedanken über den Tod.

In China nimmt die Zahl der alleinlebenden Menschen seit Jahren zu, einer der Gründe ist die sinkende Zahl der Eheschließungen im zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde. Im Jahr 2024 war offiziellen Statistiken zufolge jeder fünfte Haushalt in China ein Ein-Personen-Haushalt, zehn Jahre zuvor waren es noch 15 Prozent.

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