Marie Brand und Jürgen Simmel ermitteln im Mord an der Leiterin eines Kinderhorts. Der 38. Film der ZDF-Reihe erinnert an einen realen Fall.
"Marie Brand und die verlorenen Kinder" (Regie: Britta Keils), der 38. Film der beliebten ZDF-Reihe, macht einmal mehr auf ein brisantes Thema aufmerksam. Die Autoren Ingrid Kaltenegger und Mathias Klaschka verarbeiten es rund um einen Mordfall an der Leiterin eines Kinderhorts. In den Fokus der Ermittlungen von Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) rückt neben dem Exmann der ermordeten Margit Gehringer vor allem ihr früherer Kollege in einer psychiatrischen Einrichtung für Kinder.
Dr. Bernd Jakobi (Christian Erdmann) ist ein prominenter Kinderpsychiater und Bestsellerautor des Buches "Die Jakobi Methode". In der Vergangenheit hatten ihn frühere Patienten beschuldigt, sie und andere Kinder mit hohen Dosen von Neuroleptika ruhiggestellt zu haben. Bis heute litten sie unter deren Langzweitwirkung, etwa unter Bewegungsstörungen und Herzproblemen. Allerdings wurden die Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt. Hat Margit Gehringer ihren Exkollegen mit ihrem Wissen erpresst und musste deswegen sterben?
Ein realer Fall als Vorbild?
Der Fall Jakobi erinnert stark an den realen Fall eines prominenten deutschen Kinder- und Jugendpsychiaters, der wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung in zahlreichen Fällen vor Gericht steht. Er habe Kindern und Jugendlichen jahrelang ein sedierendes Neuroleptikum verschrieben, häufig an Heimkinder ab drei Jahren. Ohne ausreichende Indikation, so der Vorwurf. Er wiederum beteuert, das Mittel nur bei ausreichender Indikation verschrieben zu haben, es gebe zudem keine Hinweise auf körperliche Spätschäden durch die Verabreichung des Medikaments.
Die Klägerinnen im Film sind die mittlerweile erwachsenen Schwestern Eileen (Meira Durand) und Kirsten (Bineta Hansen). Sie sind seelisch wie körperlich von Jakobis Behandlung gezeichnet und hegen einen abgrundtiefen Hass gegen den Arzt. Nicht nur mit Jakobi, sondern auch mit einer der Schwestern hatte Margit Gehringer nicht lange vor ihrer Ermordung telefoniert. Kirsten gibt zu, dass Gehringer sich für damals entschuldigen wollte, sie ihr aber nicht verzeihen konnten.
Ein Rachemord? Ist Dr. Jakobi der Nächste? Denn wenig später wird der Mediziner entführt. Die Frage ist nur: von den Schwestern oder von anderen früheren Opfern Jakobis? Oder hat der ganze Fall gar nichts mit Gehringers und Jakobis gemeinsamer Vergangenheit zu tun?
Simmel ist jetzt Stiefvater
Es ist ein ernstes Thema, über das der ZDF-Krimi hier aufklärt. Für die bitter nötige Leichtigkeit zwischendurch sorgt in "Marie Brand und die verlorenen Kinder" wieder einmal Jürgen Simmel. Er erhofft sich aus privatem Interesse hilfreiche Tipps von Dr. Jakobi. Der Grund? Er ist aktuell selbst "Stiefvater". Seine neue Freundin Berit (Josephin Busch) hat einen zwölfjährigen Sohn, der allerdings wenig begeistert vom Neuen seiner Mutter ist. Doch Simmel glaubt, dass diese Beziehung endlich Zukunft haben könnte. "Das ist gut für Sie, Herr Simmel", freut sich Marie Brand vorsichtig. "Seit wir uns kennen, hatten Sie insgesamt elf Beziehungen mit einer durchschnittlichen Dauer von vier Monaten und zwölf Tagen." – "Ernsthaft?", fragt Simmel mit panischem Blick. "Rein statistisch", beruhigt ihn Marie mit geringem Erfolg.
Die lineare Ausstrahlung erfolgt am Mittwoch zur besten Sendezeit, in der Mediathek ist der Krimi bereits vorab abrufbar. Ein weiterer "Marie Brand"-Krimi wurde im Oktober abgedreht, der Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest.
Marie Brand und die verlorenen Kinder – Mi. 07.01. – ZDF: 20.15 Uhr
