Luxus-Uhr: Omega bringt neue Version der Speedmaster heraus – Fans reagieren besorgt

Published 4 hours ago
Source: stern.de
Luxus-Uhr: Omega bringt neue Version der Speedmaster heraus – Fans reagieren besorgt

Die Speedmaster ist seit Jahrzehnten ein Klassiker der Uhrenwelt. Nun hat Omega ein neues Modell der Moonwatch präsentiert – was erst begeisterte, aber dann Fragen aufwarf.

Die klassische Omega Speedmaster hat ein schwarzes Zifferblatt, ein Glas aus Hesalit und einen geschlossenen Gehäuseboden. Doch über die Jahre – und das Modell gibt es nun schon sehr lange – kamen immer wieder neue Farbkombinationen und Extras dazu. So sorgte der Hersteller dafür, dass es vom Zugpferd im Katalog für so gut wie jede Trägerin und jeden Träger eine passende Version gibt. Jetzt hat Omega nachgelegt.

Das reguläre Modell der Speedmaster gibt es ab sofort in zwei neuen Varianten. Beide teilen sich das neue, abgestufte Zifferblatt. Die obere Platine ist schwarz lackiert, die Basis der Hilfszifferblätter darunter ist weiß. Diesen äußerst beliebten Look nennt man in der Uhrenwelt gerne auch "Reverse Panda", erinnert er doch an das Farbschema der süßen Bären, nur eben in umgekehrter Reihenfolge.

Neue Teile für die altbewährte Omega

Neu für die reguläre Standard-Speedmaster ist auch die Lünette aus schwarzer Keramik mit Tachymeterskala in weißer Emaille. Normalerweise ist sie aus Aluminium, Keramik wirkt tendenziell etwas edler und glänzt schöner. Beim Werk macht der Hersteller keine Experimente und bleibt bei seinem bewährten Kaliber 3861 mit Handaufzug, das in beiden Modellen durch einen Glasboden sichtbar ist.

Das alles verleiht der Speedmaster einen etwas edleren Look, der eher zum teuren Anzug passt, als zur Uniform eines Astronauten. Dabei kommt die Speedmaster eigentlich dort her – dafür wurde sie 1957 erdacht. Als die Uhr es 1969 an den Armen der Apollo-11-Crew auf den Mond schaffte, musste sich Omega nicht mehr um kreatives Marketing bemühen, die Geschichte des Modells schrieb sich selbst.

Den "günstigen" Einstieg in die Welt der Luxus-Uhren gibt es kaum noch

Lange galt die Speedmaster als vergleichsweise günstige Luxus-Uhr mit einer ordentlichen Portion Geschichte. Durch das neue Modell ändert sich das endgültig. Natürlich waren limitierte Editionen der Moonwatch immer schon recht teuer, doch die Basis blieb lange Zeit relativ erschwinglich. Erst in den vergangenen Jahren kletterten die Preise höher und höher, zuletzt zeigten sich einige Interessenten vom Preis der Speedmaster mit weißem Zifferblatt geschockt, sie sollte 8800 Euro kosten – sehr viel Geld für eine Uhr.

Mit dem neuen Edelstahlmodell durchbricht nun auch eine Standard-Speedmaster die Schallmauer von 10.000 Euro – denn 10.100 Euro sollen dafür fällig sein. Das sind 2500 Euro mehr als das Hesalit-Modell am Stahlarmband kostet. Da schon dieses Preisniveau für viele Fans an der Schmerzgrenze liegt, ist die Aufregung in Foren entsprechend groß. Letztlich aber folgt Omega dem Branchentrend.

Erst im Januar erhöhten beispielsweise auch Rolex, Sinn und Tudor die Preise. Das hängt bei manchen Modellen mit den Rohstoffkosten zusammen, bei manchen auch "nur" mit den gestiegenen Ausgaben für die Herstellung. Insgesamt ist in der Uhrenbranche zu beobachten, dass die erschwingliche Luxus-Uhr allmählich ausstirbt, was Hobbyisten und hart arbeitende Ottonormalkunden zunehmend enttäuscht auf der Strecke lässt.

Immerhin: Die beliebte Moonswatch, die der Speedmaster nachempfunden ist, ist nach langen Diskussionen seit einiger Zeit auch online erhältlich, der Preis beträgt nach wie vor 275 Euro. Und von Weitem erkennt man den Unterschied vielleicht erst auf den zweiten Blick. Über das schier unerreichbare Ziel ärgert man sich dann aber trotzdem.

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