Krankheiten: Krankenkassen-Report: Demenz-Erkrankungen steigen

Published 3 hours ago
Source: stern.de
Krankheiten: Krankenkassen-Report: Demenz-Erkrankungen steigen

Spezialisierte Krankenhausstationen, Demenzbeauftragte und eine Angehörigenbegleitung fordert die Krankenkasse Barmer. Wichtig sei auch eine einheitliche Definition von Demenzkonzepten in Kliniken.

Die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser müssen sich auf deutlich mehr Demenzerkrankte vorbereiten. Das geht aus einer Analyse der Krankenkasse Barmer hervor, die Daten ihrer Versicherten ausgewertet und auf die Bevölkerung hochgerechnet hat. Demnach wird die Zahl der Krankenhausfälle mit Demenzerkrankten aus Rheinland-Pfalz vom Jahr 2023 bis zum Jahr 2040 von 54.000 auf 73.000 steigen. 

"Die Kliniken in Rheinland-Pfalz müssen so bald wie möglich Demenzkonzepte entwickeln, um bestmöglich auf die Bedürfnisse von Demenzerkrankten eingehen zu können", forderte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Teil dieser Konzepte sollten spezialisierte Krankenhausstationen, Demenzbeauftragte und eine Angehörigenbegleitung sein. 

"Gehirnjogging" zur Vorbeugung

Nötig sei auch eine einheitliche Definition von Demenzkonzepten in Kliniken auf Grundlage wissenschaftlicher Studien, erklärte die Landesgeschäftsführerin und verwies auf Angaben der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Danach gebe es in Rheinland-Pfalz mit der zum Landeskrankenhaus gehörenden Geriatrischen Fachklinik Rheinhessen-Nahe in Bad Kreuznach nur eine Klinik mit Demenz sensiblen Strukturen.

Die Zahl der Demenzfälle insgesamt durch die Alterung der Gesellschaft ging in Rheinland-Pfalz den Angaben zufolge von 67.000 im Jahr 2013 bis zum Jahr 2023 auf 85.000 nach oben. Damit seien im Bundesland 2023 rechnerisch 20,5 Demenzerkrankte auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner genommen. Datengrundlage sind die rund 460.000 Versicherten der Krankenkasse in Rheinland-Pfalz. 

Demenz ist ein Oberbegriff für krankhafte Veränderungen des Gehirns, die mit einem fortschreitenden Verlust bestimmter geistiger Funktionen wie Denken, Orientierung und Lernfähigkeit einhergehen. Mit ausgewogener Ernährung ohne zu viel Fleisch, Sport, Bewegung und vor allem "Gehirnjogging" könne vorgebeugt werden, erklärte die Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse.

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