Die Digitalisierung von Verwaltungen, Unternehmen, aber auch des Alltags vieler Menschen nimmt zu. Davon profitieren auch IT-Firmen im Freistaat.
Mehr als die Hälfte der Informationstechnik-Firmen im Freistaat bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut. 30 Prozent der Firmen sehen sich in einer eher schwierigen wirtschaftlichen Situation, geht aus einer Umfrage der Interessengemeinschaft ITnet Thüringen hervor. "Die Ergebnisse zeigen überwiegend Zuversicht", erklärte die Vereinigung. Sie spricht von einer stabilen Branche trotz vieler Unsicherheiten.
IT-Firmen sind in der Regel auf Software sowie Dienstleistungen und Lösungen rund um digitale Technik spezialisiert. Viele profitieren damit vom Trend zur Digitalisierung von Verwaltungen, Unternehmen und Alltag.
Etwa jede zweite Firma gehe laut Umfrage von einem leichten Wachstum in diesem Jahr oder zumindest einer stabilen Auftragslage aus, erklärte ITnet. Rund 14 Prozent der Befragten rechneten mit einem leichten Auftragsrückgang, eine kleine Zahl mit deutlichen Einbußen.
Viele Firmen ohne öffentliche Aufträge
Ein Grund könnte sein, dass öffentliche Auftraggeber für viele Thüringer IT-Unternehmen zwar eine Rolle spielten, aber für viele keine große. Ein Drittel der Befragten arbeitet nicht oder nur in geringem Umfang mit öffentlichen Auftraggebern, teilte ITnet mit. Der Verein ITnet verlangte, bei öffentlichen Ausschreibungs- und Vergabeverfahren mehr Regionalität zu ermöglichen und nutzerfreundliche Verwaltungsportale auszubauen.
Wie anderen Branchen leidet der IT-Bereich unter Bürokratie. Fast 60 Prozent der Befragten nannten Bürokratie und Regulierung als derzeit größte Herausforderung. Der Fachkräftemangel sowie schwierige Wettbewerbsbedingungen wurden von jeweils knapp 40 Prozent als Problem genannt. Energie- und Standortkosten spielten eine geringere Rolle. "Die Mehrheit der Unternehmen sieht derzeit keinen deutlichen Einfluss der neuen Thüringer Landesregierung auf die Rahmenbedingungen für ihren Unternehmensalltag", erklärte die Interessenvertretung.
