ARD und ZDF liefern sich ein Krimi-Duell in Salzburg. Die Konzepte könnten kaum unterschiedlicher sein. Die Reihen im Vergleich.
Spannender Konkurrenzkampf in Salzburg: Gleich zwei Krimireihen buhlen um die Gunst der Zuschauer, und beide tragen die österreichische Mozartstadt prominent im Titel.
Auf der einen Seite steht die etablierte ZDF-Reihe "Die Toten von Salzburg", die seit 2016 verlässlich hohe Einschaltquoten liefert. Der nächste Film der Reihe - "Die Toten von Salzburg: Die letzte Reise" - läuft am heutigen Mittwoch, 28. Januar, um 20:15 Uhr im ZDF. Auf der anderen Seite schickt die ARD nun mit "Der Salzburg-Krimi" einen ambitionierten Herausforderer ins Rennen. Der Auftakt der Reihe ist für den 26. Februar um 20:15 Uhr im Ersten angekündigt.
Zwei Konzepte, eine Stadt
Die Unterschiede zwischen beiden Formaten könnten kaum größer sein. Bei "Die Toten von Salzburg" setzt Regisseur Erhard Riedlsperger auf Humor als Erfolgsrezept. "Die humoristische Aufarbeitung ist ein elementarer Kern unserer Produktionen", erklärt er laut Sender. "Dieses liebevolle Aneinandergeraten zwischen Deutschland und Österreich. Wer löst den Fall? Wer hat die Nase vorn?" Das österreichisch-bayerische Ermittlerduo Irene Russmeyer (Fanny Krausz, geb. 1990) und Hubert Mur (Michael Fitz, 67) verkörpert diese charmante Rivalität seit Jahren erfolgreich.
Der neue ARD-Konkurrent wählt einen anderen Weg. Hier steht die forensische Kriminalpsychologie im Mittelpunkt. Fritz Karl (58) verkörpert den Kriminalpsychologen Thomas Meiberger, der sich in die Gedankenwelt von Tätern hineinversetzt und dabei auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschreckt. "Manchmal nutzt er sogar kleine Zaubertricks, um Menschen zu irritieren oder aus dem Konzept zu bringen", erklärt der Hauptdarsteller laut Sender.
Starpower auf beiden Seiten
Während das ZDF auf sein eingespieltes Team setzt und mit "Die letzte Reise" am 28. Januar 2026 den nächsten Fall präsentiert, überzeugt neben Fritz Karl die österreichische Schauspielerin Lisa Schützenberger (33) als Hauptkommissarin Anna Grünwald. Sie beschreibt ihre Figur als "äußerst scharfsinnig" und "zielstrebig" - im Kontrast zu Meibergers impulsiver Art. "Das gefällt mir sehr, dass zwei so unterschiedliche Menschen, die sich oft auf den Keks gehen, doch eine Möglichkeit finden, ihre Andersartigkeit fruchtbar zu machen", so Schützenberger.
In Episodenrollen glänzen hochkarätige Namen: Peter Lohmeyer, Nina Proll, Gregor Bloéb und Anna Loos beim "Salzburg-Krimi". Das ZDF kontert mit Patricia Aulitzky als neue Ermittlerin Ludovika "Lu" Frey, die frischen Wind ins bewährte Team bringen soll.
Kulisse als gemeinsamer Trumpf
Was beide Reihen eint, ist die spektakuläre Umgebung. Die Region um den Wolfgangsee, die barocke Altstadt und die imposante Bergwelt bilden den malerischen Rahmen für düstere Verbrechen.
Dr. Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung in Augsburg ordnet die Faszination für österreichische Krimis wissenschaftlich ein: "Deutsche verbinden mit Österreich häufig positive Bilder wie Urlaub, gutes Essen und Gemütlichkeit", sagte er im Gespräch mit spot on news.
Wer gewinnt das Quotenduell?
Die Ausgangslage ist klar: "Die Toten von Salzburg" genießt einen Vorsprung von fast zehn Jahren und eine treue Fangemeinde. Doch "Der Salzburg-Krimi" punktet mit psychologischem Tiefgang und einem ungewöhnlichen Protagonisten. Fritz Karl, der auch am Drehbuch des ersten Films mitwirkte, bringt eine ganz eigene Vision mit. Regisseur Till Franzen lobt dessen Fähigkeiten: "Er ist nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter ein wirklich großartiger Geschichtenerzähler."
Am Ende dürften beide Reihen koexistieren - und Salzburg-Fans können sich über doppelte Krimi-Unterhaltung freuen. Die Mozartstadt hat schließlich genug dunkle Ecken für zwei Ermittlerteams.
