Mehr als 14 Jahre nach dem Tod von Amy Winehouse streiten sich deren Vater und zwei Freundinnen der Sängerin vor Gericht um den Verkauf von persönlichen Gegenständen der Verstorbenen: Der Anwalt von Amys Vater Mitch Winehouse warf den Angeklagten am Dienstag vor, dessen "Vergesslichkeit" ausgenutzt zu haben.
Die ehemalige Stylistin und die ehemalige Mitbewohnerin von Amy Winehouse, Naomi Parry und Catriona Gourlay, hätten Mitch Winehouse gegenüber angegeben, sie würden "ein paar Sachen" verkaufen, die der Verstorbenen gehört hatten, sagte Anwalt Henry Legge vor Gericht. Diese Schilderung sei "extrem irreführend", fügte der Anwalt von Mitch Winehouse hinzu.
Legge hatte zu Beginn des Prozesses im Dezember angegeben, Parry und Gourlay hätten zwischen November 2021 und Mai 2023 etwa 150 Objekte verkauft, die Amy Winehouse zu Lebzeiten gehört hatten - darunter Kleider, die die Sängerin bei ihrer letzten Tour im Juni 2011 getragen hatte. Legge zufolge wusste Parry, dass Mitch Winehouse keinen Überblick über diese Dinge hatte. "Es ist klar, dass sie seine Vergesslichkeit ausgenutzt haben", sagte der Anwalt.
Legge wies Anschuldigungen gegen seinen Mandanten, dieser sei gierig oder unehrlich und habe die Freundinnen seiner verstorbenen Tochter deswegen verklagt, zurück.
Parry und Gourlay hatten die Hinterlassenschaften der Sängerin für rund 730.000 Pfund (fast 840.000 Euro) bei Auktionen verkauft. Mitchell Winehouse war davon ausgegangen, dass die erzielten Erlöse ihm zustehen, wie Gerichtsdokumente zeigen. Zudem war den Käufern zugesichert worden, dass ein Drittel der Erlöse an die Amy-Winehouse-Stiftung gehe, die zum Ziel hat, jungen Menschen in Schwierigkeiten zu helfen. Mitchell Winehouse beschuldigt Parry und Gourlay, das Geld einbehalten zu haben.
Gourlays Anwalt hatte am Montag ausgeführt, Amy Winehouse habe den Angeklagten die Kleider und weitere Sachen geschenkt oder geliehen, dafür gebe es jedoch keine Beweise. "Wenn eine 19-Jährige ihren Freundinnen einen Schal oder ein Paar Ohrringe gibt, gibt es darüber keinen Vertrag", sagte er.
Gourlay und Parry hatten Amy Winehouse zu Beginn der 2000er-Jahre kennengelernt, noch bevor die Sängerin weltberühmt wurde. Parry designte einige der bekanntesten Outfits der Sängerin, unter anderem das Minikleid mit grün-schwarzen Bambusmuster, das Winehouse bei ihrem letzten Konzert trug. Der Auftritt in Belgrad im Sommer 2011 wurde zu einem Fiasko, weil Winehouse vom Alkohol gezeichnet auf der Bühne torkelte. Die weiteren geplanten Auftritte der Tournee wurde danach abgesagt. Einen Monat später, am 23. Juli 2011, starb Winehouse im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung.
