Am dritten Tag fühlen sich die Dschungelcamper plötzlich wie die staunenden Zuschauer in einer Theatervorstellung. Gegeben wird das Stück: „Die Betrogene und der Clown“.
Irgendwas ist immer: Da hatte man in weiser Voraussicht schon die Maxipackung Ohrstöpsel auf dem Couchtisch deponiert, um sich diese in aller Seelenruhe vor der zweiten Dschungelprüfung von Ariel – der extrem kreisch- und konfrontationsfreudigen Reality-TV-Teilnehmerin aus der Schweiz – in die Gehörgänge zu stopfen, doch dann das: Wegen der National Football League in Amerika dampft RTL die Übertragung aus dem australischen Dschungel auf geradezu mickrige 40 Minuten ein. "Pein-lech!", würde Ariel dazu sagen und verächtlich dreinschauen.
Mit schnellen Nummern kennt sich auch der umstrittenste Teilnehmer des Dschungeljahrgangs 2026 aus, der gefallene Gil Ofarim: Als der am Tag des Einzugs gefragt wurde, wie er sich nach seinem Bungeesprung denn so fühle, antwortete der Sänger unnötig bildlich: "Lebendig, ganz schnell vorbei. Wie so ein Quickie im Club." Auf seinen Skandal angesprochen verstummte der 43-Jährige jedoch. Sein "Ich darf dazu nichts sagen, ich habe einen Verschwiegenheitserklärung unterschrieben"-Mantra fiel an Tag drei jedoch aus Zeitgründen dem Schnitt zum Opfer. Es gibt ja auch noch andere Krisenherde.
Kissen-Beweis im Dschungelcamp: kindisch oder knallhart?
Sonja Zietlow moderierte es mit den Worten "Jesus ist für unsere Sünden und Eva für Samira gestorben" hübsch ketzerisch an: Das lang erwartete Aufeinandertreffen von Samira Yavuz und Evanthia, genannt Eva, Benetatou. "Wer sind diese Leute?", hatte abends zuvor schon Satiriker Lutz van der Horst in "Die Stunde danach" den Überblick verloren.
Kurz erklärt: Beide Frauen sind keine Unbekannten in der Reality-TV-Welt, beide haben ihre Männer in einer Kuppelshow kennengelernt und waren schnell schwanger, beide sind mittlerweile nicht mehr mit diesen Männern zusammen. Die Brisanz der Begegnung auf australischem Boden liegt in der Tatsache begründet, dass Eva sich ausgerechnet Samiras Mann Serkan für einen One Night Stand krallte, als diese gerade das zweite Kind erwartete. Benetatou selbst machte den Betrug öffentlich – sie habe dem Druck von außen nicht mehr standhalten können. Samira vermutet hingegen Berechnung, denn Eva hatte ihr nach der Trennung eine Nachricht geschickt, in der sie ihr ein "offenes Ohr" und Unterstützung anbietet, eigentlich aber nur im Gespräch bleiben wolle.
Jetzt als der Showdown: Vor versammelter Mannschaft knöpft sich Samira ihre einstige Widersacherin vor. Die 32-Jährige ist vorbereitet. Ihr knallhartes Beweisstück: ein weiches Kissen. Darauf gedruckt: ein Screenshot von Evas Nachricht an sie: "Wie kannst du mit meinem Mann schlafen und mir dann schreiben? Die Nachricht war so unfassbar dreist, schämst du dich nicht?", geht sie Eva an. Eva sitzt und schaut, ein wenig wie in Schockstarre. Sie erklärt, das alles ei ihr "unheimlich unangenehm". Sie habe damit auch gegen ihre eigenen moralischen Werte verstoßen.
Den Vorwurf, sie habe eine Ehe zerstört, will Eva jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Während Samira sich in Rage redet, hält Eva dagegen. In sicherer Entfernung verfolgen die Mitcamper die Szene fasziniert. Schauspieler Stephen Dürr ist angefixt: "Es ist ein bisschen wie im Theater", sagt der Soap-Darsteller. Ariel ist nicht nur ganz seiner Meinung, sie denkt sogar schon weiter: "Wenn ich diese Stück zusammenfassen würde, würde ich sagen: Die Betrogene und der Clown."
Mit den Worten "Geil war es nicht", fasst Benetatou die zwei Jahre zurückliegende Nacht und ihre Folgen und wohl auch das für sie maximal unangenehme Gespräch zusammen. Aber irgendwann müsse es auch mal gut sein: "Ich bin hier im Dschungelcamp, nicht bei einer Paartherapie", erklärt Eva nächtens am Lagerfeuer die Geschichte vorerst für beendet.
Ariel bricht ihre Prüfung ab
Danach bleibt kaum noch Zeit für Ariels zweite Dschungelprüfung. Hubert Fella ahnt bereits, dass es wieder nur Reis und Bohnen zu essen geben wird. "Wir werden verhungern", fasst Umut Tekin die Lage ungleich dramatischer zusammen.
Doktor Bob rät Ariel vorsorglich noch "beim Schreien lieber den Mund zuzumachen", doch es kommt, wie es kommen muss: Ariel versagt im "Wo-Kabel-Test", bei dem sie in einer Grube liegend Kabelenden verbinden soll, bereits nach wenigen Sekunden. Die Riesenschaben und Mehlwürmer geben ihr den Rest. "Es ekelt mich einfach so krass, es ist wirklich der Horror!", erklärt sie sich.
Noch äußert keiner der auf ungewollte Diät gesetzten Mitcamper offen seinen Unmut gegenüber dem Camp-Küken. Im Dschungeltelefon klingt Hubert Fella aber schon gar nicht mehr so verständnisvoll: "So schlimm kann das doch eigentlich nicht gewesen sein? Dann hätte sie ihre zwei kleine Arschbäckchen mal zusammenkneifen können."
Immerhin: In die nächste Prüfung muss Ariel nicht alleine – sie bekommt Unterstützung von Eva und Gil. Das könnte dann eine längere Geschichte werden.
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