Bundesweit protestieren Kurden und ihre Unterstützer gegen den Versuch der syrischen Übergangsregierung, den Norden des Landes militärisch unter Kontrolle zu bringen.
Mehrere tausend Kurden und Unterstützer haben in Nürnberg und München gegen das Vorrücken syrischer Regierungstruppen und ihrer Verbündeten im Norden des arabischen Landes protestiert. Die Veranstalter forderten die Bundesregierung auf, den Schutz der Zivilbevölkerung und die Sicherstellung humanitärer Hilfe zur Priorität zu machen. Die Polizei rückte zu den Kundgebungen am Samstag in beiden Städten mit starken Kräften an.
In Nürnberg versammelten sich nach Schätzung der Polizei 5.000 Menschen, in München in der Spitze etwa 2.500. Beide Veranstaltungen verliefen nach Auskunft der jeweiligen Polizeipräsidien ohne größere Auseinandersetzungen.
Knapp 30 Aktionen bundesweit
Bundesweit gab es knapp 30 Veranstaltungen gegen das militärische Vorrücken der Truppen der syrischen Übergangsregierung und deren Verbündeter. Nordsyrien wird seit Jahren von linksgerichteten Kurden und deren Miliztruppen der Syrischen Demokratischen Kräfte quasi autonom verwaltet. Die islamistisch geprägte syrische Übergangsregierung will die Region unter ihre Kontrolle bringen. Ungeachtet eines Waffenstillstands werfen die Kurden den Regierungstruppen und deren Verbündeten Angriffe auch auf Zivilisten vor. Die "Rojava" genannte Selbstverwaltung ist Teil des langen Strebens der Kurden nach einem eigenen Staat.
