Bei der Beerdigung einer "polizeibekannten Milieugröße" in Berlin ist die Polizei mit mehreren Hundert Kräften im Einsatz. Die Behörden wollen die öffentliche Ordnung sichern.
Nach einem Trauergebet ist es aufgrund der zahlreichen Besucher vor der Sehitlik-Moschee in Neukölln kurzfristig zu Verkehrsbehinderungen gekommen. Polizisten regelten den Verkehr, so dass sich die Autos nicht zu sehr in dem Bereich stauten. Zahlreiche Trauergäste bestiegen Reisebusse, um damit zur Beisetzung des gestorbenen 62-Jährigen - einer "polizeibekannten Milieugröße" - auf einem Friedhof in Berlin-Westend zu fahren.
Die Berliner Polizei begleitete die Trauerveranstaltungen im Clan-Milieu mit einem Großaufgebot. Schon am Vormittag waren zahlreiche Beamtinnen und Beamte an der Sehitlik-Moschee im Stadtteil Neukölln postiert.
Gegen 13.30 Uhr trugen mehrere Männer den Sarg aus der Moschee zu einem Leichenwagen. Die Trauergäste strömten auf die Straße vor dem Gebäude. Kurze Zeit später trafen Hunderte Menschen - überwiegend Männer - am Friedhof ein. Viele kamen in den Reisebussen. Zu den Gästen gehörten Vertreter bekannter arabischer Großfamilien, auch aus dem kriminellen Milieu.
Von der Polizei hieß es im Vorfeld, man erwarte "polizeibekannte Besucher". Beamte beobachteten das Geschehen rund um den Friedhof im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nahe der Stadtautobahn. Bei ähnlichen Beerdigungen waren es in früheren Jahren mehr als Tausend Besucher.
Die Polizei werde über den Tag verteilt mit mehreren Hundert Beamtinnen und Beamten in Neukölln und Westend im Einsatz sein, teilte die Behörde auf der Onlineplattform X mit. "Unser Ziel, in Absprache mit allen Beteiligten, ist es, ein würdevolles und störungsfreies Gedenken zu ermöglichen", hieß es.
Der am Dienstag an einer Krankheit gestorbene 62-Jährige kam vor vielen Jahren aus der Türkei nach Berlin und bezeichnete sich selbst als Geschäftsmann. Die Polizei sprach von einer "polizeibekannten Milieugröße". Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, der Verstorbene sei eine Clan-Größe gewesen, die in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen habe.
Der Begriff Clankriminalität ist umstritten, weil er nach Ansicht von Kritikern Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft stigmatisiert und diskriminiert.
