Januar ist Grippezeit. Das merken die Arztpraxen in Thüringen. Vor allem für ältere Menschen kann eine Virusgrippe lebensgefährlich werden.
Seit Beginn der aktuellen Grippesaison im Oktober sind in Thüringen zehn Todesfälle im Zusammenhang mit einer Influenza offiziell registriert worden. Betroffen waren überwiegend ältere Menschen aus den Altersgruppen der 50- bis über 80-Jährigen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.
Insgesamt erfassten die Gesundheitsbehörden bislang 3.424 Grippefälle, davon 952 in der dritten Januarwoche. Dies war der bisher höchste Wochenwert. 691 Grippekranke mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Schulen, Kindergärten und Seniorenheime
Bei den Zahlen ist von einer gewissen Dunkelziffer, also mehr Erkrankten, auszugehen. Grund: Wegen der meist eindeutigen klinischen Symptome veranlassen Ärzte nicht immer eine für den direkten Nachweis von Grippeviren notwendige Labordiagnostik.
Gehäufte Grippeausbrüche wurden in mehreren Regionen Thüringens verzeichnet, etwa in Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen. Am stärksten betroffene Altersgruppe sind weiterhin Kleinkinder bis vier Jahre.
Arztpraxen in Thüringen sind mit Grippe und anderen akuten Atemwegserkrankungen erheblich belastet. Statistisch suchten in der vergangenen Woche 1.500 von 100.000 Einwohnern deshalb einen Arzt auf, was etwa 30.000 Arztbesuchen in dem Zeitraum entspricht.
