Das 25 Jahre alte Opfer kämpft ums Überleben, der mutmaßliche Täter schweigt. Das Motiv des polizeibekannten Manns bleibt weiter ungeklärt.
Nach dem Messerangriff in einem Ulmer Einkaufszentrum ist der Zustand des schwer verletzten Opfers immer noch kritisch. "Dem 25-jährigen Verletzten geht es leider unverändert schlecht", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.
Der 29-Jährige war durch Schüsse der Polizei schwer verletzt worden. Ein 22 Jahre alter Mitarbeiter des Elektronikmarktes wurde zudem leicht verletzt. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. "Der Beschuldigte macht bislang von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch", hieß es.
Der Eritreer war laut Behörden ausreisepflichtig. Weil Eritrea seiner Verpflichtung, eigene Staatsbürger zurückzunehmen, aber nicht nachkommt, sind Abschiebungen in das Land nicht möglich.
Der 29-Jährige war Polizeiangaben zufolge auf der Flucht festgenommen worden. Einsatzkräfte stoppten ihn demnach nach dem Verlassen des Elektronikmarktes. Weil er Beamte mit dem Messer bedroht und sich geweigert haben soll, die Waffe fallen zu lassen, hätten die Polizisten mehrere Schüsse auf ihn abgegeben. Der Mann war laut Polizei bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen und hatte bis Dezember eine Haftstrafe verbüßt.
Tatverdächtiger stand unter Führungsaufsicht
Nach dem Messerangriff im MediaMarkt in Ulm wurde laut dem SWR bekannt, dass der Tatverdächtige schon zwei Gefängnisstrafen abgesessen hat: die Erste von 2020 bis 2024 und die Zweite von Juli bis Dezember 2025. Schon während seines ersten Aufenthaltes wurde kurz vor der Entlassung des Eritreers eine Führungsaufsicht angeordnet.
Zudem erhielt der 29-Jährige die Weisung für regelmäßige Drogenkontrollen. Dagegen hatte er in der zweiten Jahreshälfte 2024 verstoßen, wie die Staatsanwaltschaft Ulm der dpa bestätigte. Die Führungsaufsicht ist eine gerichtliche Maßnahme zur Resozialisierung und Kriminalprävention, die nach Haftentlassung oder Aussetzung des Vollzugs angeordnet wird, um Rückfälle zu verhindern.
