Neuer Rekord bei den Oscar-Nominierungen: Der Vampir-Horrorfilm "Blood & Sinners" ist in 16 Kategorien nominiert - das sind so viele wie noch nie in der fast hundertjährigen Geschichte der US-Filmpreise. Bei der Bekanntgabe der Nominierten für die Oscar-Gala im März wurde "Blood & Sinners" unter anderem als "Bester Film" gelistet. Der deutsche Beitrag "In die Sonne schauen" von Mascha Schilinski wurde nicht als bester internationaler Film nominiert, dafür aber zwei deutsche Kop-Produktionen.
Für "Blood & Sinners" kann der afroamerikanische Filmemacher Ryan Coogler zudem auf die Auszeichnung als bester Regisseur hoffen. Als bester männlicher Hauptdarsteller wurde Michael B. Jordan nominiert. Er spielt in "Blood & Sinners" gleich zwei Rollen: Zwillingsbrüder, die vor dem Hintergrund der Rassentrennung in den USA in den 1930er Jahren gegen übernatürliche Mächte und Rassisten kämpfen.
Bislang hatte der Rekord bei den Oscars bei 14 Nominierungen gelegen. Er wurde von den Filmen "Alles über Eva", "Titanic" und "La La Land" gehalten.
Nah an den bisherigen Höchststand heran kam am Donnerstag der Action-Thriller "One Battle After Another" mit 13 Nominierungen, darunter eine für Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio. Die Filme "Frankenstein", "Marty Supreme" und "Sentimental Value" sind jeweils neun Mal nominiert. Das von Kritikern viel gelobte Shakespeare-Drama "Hamnet" wurde acht Mal genannt - unter anderem mit der irischen Schauspielerin und Sängerin Jessie Buckley als beste Hauptdarstellerin.
An dem Familiendrama "Sentimental Value", einer norwegisch-französisch-dänisch-deutsch-schwedischen Koproduktion, waren die deutschen Erfolgsproduzenten Maren Ade, Janine Jackowski und Jonas Dornbach beteiligt, die schon mit ihrer Komödie "Toni Erdmann" 2017 zu den Oscars eingeladen wurden.
Leer ging dagegen das deutsche Drama "In die Sonne schauen" aus. Trotz begeisterter Kritiken und seiner Auszeichnung in Cannes wurde das Werk von Regisseurin Mascha Schilinski nicht für den Oscar als bester internationaler Film nominiert.
Dafür ist der brasilianische Beitrag "The Secret Agent" über die Schrecken der Militärdiktatur im Rennen und damit eine weitere Ko-Produktion mit deutscher Beteiligung. Außerdem kamen "Sirat" aus Spanien und "Die Stimme von Hind Rajab" aus Tunesien auf die Liste der Nominierten in der Kategorie "Bester internationaler Film". Frankreich tritt mit "Ein einfacher Unfall" des im Exil lebenden iranischen Regisseurs Jafar Panahi an.
Die neue Präsidentin der US-Filmakademie, Lynette Howell Taylor, nutzte die Bekanntgabe der Nominierungen für eine Warnung vor den Risiken der Künstlichen Intelligenz: "Wir leben in einer Zeit grenzenloser Technologie, die es uns ermöglicht, die Grenzen unseres Kinoerlebens zu verschieben", sagte sie. Die Academy sei jedoch "zutiefst überzeugt, dass das Herz des Films unverkennbar menschlich ist und immer bleiben wird."
Die diesjährige Oscar-Verleihung ist die 98. seit Gründung der Filmpreise 1929. Die Auszeichnungen werden in der Nacht zum 16. März mitteleuropäischer Zeit vergeben.
