Brooklyn Beckham erschütterte mit seinem Instagram-Posting am Montag die Promiwelt. Doch in seinem Beitrag verstecken sich einige Widersprüche. Ein Überblick.
Sechs Instagram-Story-Slides lang schilderte Brooklyn Beckham sein Leiden und den Streit mit der Familie. Im Fokus des beckhamschen Konfliktes stehen vor allem Begebenheiten am Hochzeitstag des ältesten Sohnes von Victoria und David im Jahr 2022. Doch zwischen Jammern und Anschuldigungen tauchen auch Widersprüche auf.
Der Familienstreit der Beckhams brodelt im Privatem seit rund einem Jahr. Brooklyn Beckham machte durch seinen Instagram-Beitrag am Montagabend das Ausmaß öffentlich und stellte klar: "Ich möchte mich nicht versöhnen". Aber in seinem vermutlich wohl überlegten Beitrag stecken Widersprüche –und wie heißt es so schön? Jede Geschichte hat immer zwei Seiten.
Diese Ungereimtheiten verstecken sich in Brooklyn Beckhams Posting:
Brautkleid-Vorwurf vs. frühere Berichterstattung
Brooklyn behauptet, seine Mutter Victoria Beckham habe sich kurz vor der Hochzeit geweigert, das Brautkleid für seine Frau Nicola Peltz anzufertigen, obwohl ein solches Design ursprünglich geplant gewesen sei. Das Paar habe dadurch kurzfristig eine Alternative finden müssen. Wahr oder falsch? Denn ein Interview mit der "Vogue" aus dem April 2022 mit Brooklyn und Nicola Peltz-Beckham sagt: "Peltz' maßgeschneidertes Hochzeitskleid ist das Ergebnis eines einjährigen Austauschs mit dem Team von Valentino-Kreativdirektor Pierpaolo Piccioli, zweier Reisen zum Hauptsitz in Rom und zweier Anproben in den USA. Die Chefschneiderinnen reisten sogar nach Miami, um sicherzustellen, dass am großen Tag jedes Detail perfekt war. 'Es war ein unvergleichliches Couture-Erlebnis', sagt Fremar über die sorgfältige Auswahl von Elementen aus verschiedenen Skizzen, Stoffen und Stickereien, um Nicolas Traumkleid zu kreieren."
Hochzeitstanz-Szene: Demütigung oder normaler Familienmoment?
Ein besonders emotionaler Punkt in Brooklyns Statement ist der Vorwurf, seine Mutter habe den langen geplanten ersten Tanz zwischen ihm und Nicola an sich gerissen und damit den Moment "demütigend" vereinnahmt. Er schildert dies als peinlich und verletzend. Dem widersprechen frühere Darstellungen in einem weiteren Interview nach der Hochzeit mit der britischen "Vogue": "Lloyiso, ein aufstrebender südafrikanischer Sänger, sang Elvis Presleys 'Can't Help Falling in Love' für den ersten Tanz des Paares und Bette Midlers 'Wind Beneath My Wings' für den Vater-Tochter-Tanz." Interessant hierbei ist, dass der Auftritt von Marc Anthony, um den es aktuell geht, erst gegen 23 Uhr stattgefunden haben soll. Zu diesem Zeitpunkt habe Victoria Beckham den Paartanz des Ehepaares laut Posting an sich gerissen. Doch war der Paartanz wie oben erwähnt nicht schon viel früher gelaufen? Und noch viel brisanter, wie passt Brooklyns neue Darstellung zu der Passage in dem von den Peltz-Beckhams autorisierten Interview, in der es heißt: "Brooklyn bat seine Mutter zum Tanzen auf die Bühne, und David und ihre zehnjährige Tochter Harper gesellten sich hinzu." Diese diskrepanten Beschreibungen des gleichen Ereignisses zeigen, dass es unterschiedliche Narrative über denselben Abend gibt – beide stammen jedoch von Brooklyn selbst.
Namensrechte-Druck vs. Markenpraxis
Brooklyn schreibt, seine Eltern hätten ihn vor der Hochzeit unter Druck gesetzt, die Rechte an seinem Namen abzutreten – eine Entscheidung, die erhebliche persönliche und finanzielle Folgen gehabt hätte. "The Sun" weist jedoch darauf hin, dass die Beckham-Markenregistrierungen, etwa der Familienname zur Schutzmarke, bereits sehr früh, im Jahr 2016 durch Victoria Beckham, erfolgten und im Promi-Business nicht ungewöhnlich sind. Diese Eintragungen decken ein breites Spektrum ab, von Merchandising-Produkten bis hin zu Medien- und TV-Formaten. Im Dezember läuft nun die Möglichkeit aus, diese Marke erneut zu verlängern, erstmals kann Brooklyn Beckham selbst entscheiden, ob er die Rechte in eigenem Namen weiterführen möchte. Es ist unklar, inwiefern hier tatsächlich Druck oder gängige geschäftliche Praxis vorlag, was die Interpretation der Ereignisse in Brooklyns Aussagen relativiert. Die zu schützende Marke der ganzen Familie und die Namensrechte des "Beckham"-Imperiums sollen einen Gesamtwert von 500 Millionen Pfund haben.
Juristische Unterlassung vs. jetzige Öffentlichkeitsstrategie
Ein weiterer Widerspruch ergibt sich aus Brooklyns Verhalten im Jahr Sommer 2025, als er seinen Eltern laut mehreren Medienberichten ein rechtliches Schreiben, eine Unterlassungsaufforderung, zukommen ließ, in dem er verlangte, dass sie ihn nur noch über Anwälte kontaktieren dürfen und keine Social-Media-Erwähnungen mehr posten sollen. Gerade dieser Schritt, der den Kontakt weitgehend privat und rechtlich regeln sollte, steht im Kontrast zu seiner aktuellen Entscheidung, ein langes, ausführliches und öffentliches Statement in den sozialen Medien zu posten. Dieser Wechsel von juristischem Schutz zur großen medialen Bühne zeigt, wie unterschiedlich Brooklyns Strategien und Empfindungen innerhalb kurzer Zeit sind.
Öffentliche Familienharmonie vs. jetzige Darstellung
Brooklyn beschreibt seine Eltern als kontrollierende Figuren, die mehr auf die "Marke Beckham" als auf echte familiäre Nähe Wert gelegt hätten und wiederholte Versuche unternommen hätten, ihn zu manipulieren. Tatsächlich aber präsentierten sich David und Victoria Beckham über Jahre hinweg in den sozialen Medien und öffentlichen Auftritten überwiegend harmonisch mit ihren Kindern – mit Geburtstagswünschen, Familienfotos und gemeinsamen Anlässen. Das deutet darauf hin, dass das Familienbild in der Öffentlichkeit lange Zeit kaum Anzeichen offener Spannungen zeigte. Und selbst wenn sich Brooklyn Beckham bei den familiären Inszenierungen unwohl fühlte, warum hat er das dann weiterhin bis vor einem Jahr, also schon lange nach Auszug von Zuhause und einem neuen Leben in Amerika mit Ehefrau, mitgemacht?
