Balkonkraftwerke gelten als einfache Möglichkeit, klimafreundlichen Strom zu erzeugen und die Energiewende im Kleinen zu unterstützen. Wie funktioniert das in der Praxis?
Anbieter von Balkonkraftwerken werben mit einem unkomplizierten Ablauf: Anlage kaufen, an der Balkonbrüstung montieren, Stecker einstecken – und schon fließt Solarstrom ins Hausnetz. Dennoch bleiben bei vielen Interessierten Fragen, und das nicht ohne Grund: Gerade Einsteigerinnen und Einsteiger geraten leicht in typische Fallstricke. Der Überblick zeigt, welche Probleme besonders häufig auftreten, und wie sie sich vermeiden lassen.
1. Fehler: Das Vorgehen ist nicht richtig geplant und vorbereitet
Wer erstmals ein Balkonkraftwerk installieren will, sollte die wichtigsten Punkte vorab durchgehen: Welche Komponenten werden benötigt, welche Kosten entstehen? Wo lässt sich die Anlage montieren, ist genügend Platz vorhanden? Und nicht zuletzt: Welche Leistung ist sinnvoll, damit die Mini-PV-Anlage spürbar zur Senkung der Stromkosten beiträgt (Stichwort: Autarkie)?
Für den Betrieb sind Solarmodule, ein Wechselrichter und ein geeignetes Montagesystem erforderlich. Auch steckerfertige Anlagen unterliegen dabei bestimmten Vorgaben. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick darauf, welche Regelungen am Wohnort gelten. Das Solarpaket I hat den bürokratischen Aufwand zwar reduziert, die Anmeldung im Marktstammdatenregister bleibt aber verpflichtend.
Wer die Auswahl vereinfachen möchte, setzt auf ein Komplettset. Solche Pakete enthalten meist ein oder mehrere Module, einen passenden Wechselrichter und oft auch das Montagesystem. Anbieter wie Kleines Kraftwerk führen unterschiedliche Sets, die sich an verschiedene Gegebenheiten anpassen lassen.
Die Deal-Details im Überblick:
- Zwei bifaziale Solarmodule mit je 450 bis 560 Wp
- Mit 800-Watt-Wechselrichter von Hoymiles (HMS-800W-2T)
- Mit Anschlusskabel und Solar-Verlängerungskabel
- Inklusive statisch geprüfter Halterung für den Gitterbalkon "Made in Germany"
- Preis: 399 statt 679 Euro
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2. Fehler: Der Standort für das Balkonkraftwerk ist nicht geeignet
Der Standort entscheidet maßgeblich darüber, wie viel Strom ein Balkonkraftwerk tatsächlich liefert. Ein typischer Anfängerfehler ist ein Platz, der über viele Stunden durch Bäume oder Gebäude verschattet wird – das kann den Ertrag der Module deutlich reduzieren. Auch Ausrichtung und Neigungswinkel spielen eine Rolle: Optimal ist eine möglichst unverschattete Fläche, idealerweise mit Südausrichtung und einem passenden Winkel zur Sonne (bestenfalls 90 Grad), um die Einstrahlung bestmöglich zu nutzen. Diese Punkte sollten bei der Standortwahl berücksichtigt werden:
- Der Sonnenstand im Jahresverlauf
- Bäume oder Gebäude, die den Platz möglicherweise verschatten
- Die Traglast des Balkongitters
3. Fehler: Falsche Installation und Inbetriebnahme
Die Installation eines Balkonkraftwerks wirkt simpel, sollte aber nicht unterschätzt werden. Oft ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie nicht zwingend erforderlich ist. Wer darauf verzichtet, sollte die mitgelieferten Anleitungen genau lesen. Idealerweise sind die Montagehinweise auf Deutsch nachlesbar.
Wichtig ist zudem, die Anlagen korrekt einzustellen: Systeme mit mehr als 800 Watt Leistung müssen auf die erlaubten 800 Watt gedrosselt werden – und zwar dauerhaft und nicht einfach per App umschaltbar. Nach dem Aufbau sollte die Funktion sorgfältig geprüft werden.
Für Anfänger empfiehlt sich ein Set eines deutschen Anbieters mit deutschsprachigem Support. Auch bei Amazon sind Komplettsets erhältlich, etwa diese Variante von Solarway mit 880 Watt Peak.
Die Details zum Angebot:
- Zwei bifaziale Solarmodule mit je 440 Wp
- 800-Watt-Wechselrichter
- Alle nötigen Kabel für den Anschluss
- Preis: 299,99 Euro
Hier geht’s zum Angebot bei Amazon
4. Fehler: Wartung außer Acht lassen
Auch nach der Installation des ersten Balkonkraftwerks ist die To-do-Liste noch nicht vollständig abgehakt. Eine regelmäßige Wartung ist nämlich wichtig. Viele Balkonkraftwerk-Neulinge vernachlässigen diesen Aspekt allerdings, und das kann langfristig die Leistung und Lebensdauer der Anlage senken. Diese Schritte sind regelmäßig nötig:
- Solarmodule reinigen: Schmutz oder Laub entfernen, um die Effizienz beizubehalten
- Elektrische Verbindungen kontrollieren: Sitzt alles fest, und funktioniert einwandfrei?
- Anlagenparameter durch eine Monitoring-Software oder App überprüfen: Das hilft nicht nur dabei, möglichst alles aus der Anlage herauszuholen, auch lassen sich so eventuelle Probleme früh erkennen und Maßnahmen ergreifen.
Das erste Balkonkraftwerk einzubauen, ist kein Hexenwerk
Ein Balkonkraftwerk bietet viele Vorteile. Und wer die typischen Anfängerfehler vermeidet, kann das Potenzial voll ausschöpfen. Dazu gehört, gründlich zu planen, den optimalen Standort auszuwählen und die Mini-PV-Anlage fachgerecht zu installieren sowie regelmäßig zu warten. Umgehen Anfänger diese möglichen Fallstricke, ist ein reibungsloser Start in die Eigenproduktion erneuerbarer Energie kein Problem.
