Russell Brand erschien - aber nur per Video. Gegen ihn wurden zwei weitere Anklagen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung erhoben.
Die juristischen Probleme von Russell Brand (50) spitzen sich weiter zu. Am Dienstag ließ sich der britische Comedian und Schauspieler per Video-Schalte aus den USA vor dem Westminster Magistrates' Court in London zuschalten. Gegen ihn wurden zwei weitere Anklagen zugelassen - eine wegen Vergewaltigung, eine wegen sexueller Nötigung. Beide Vorwürfe betreffen laut Gerichtsdokumenten zwei weitere Frauen und sollen sich 2009 in London ereignet haben, wie "The Sun" berichtet.
Bei der kurzen Anhörung bestätigte Brand lediglich seinen Namen und sein Geburtsdatum. Anschließend wurde er gegen Kaution freigelassen. Am 17. Februar muss er erneut vor dem Southwark Crown Court erscheinen, um sein Plädoyer zu den neuen Anklagen abzugeben.
Bereits auf nicht schuldig plädiert
Die neuen Vorwürfe kommen zu einem ohnehin schon belastenden Verfahren hinzu. Brand hatte bereits zuvor auf "nicht schuldig" plädiert, als ihm fünf Vergehen zur Last gelegt wurden: zwei Fälle von Vergewaltigung, zwei sexuelle Übergriffe sowie ein Fall von unsittlicher Nötigung. Diese ursprünglichen Anklagen beziehen sich auf insgesamt vier Frauen in einem Zeitraum zwischen 1999 und 2005 und sollen im Sommer 2026 verhandelt werden.
Im Einzelnen wird Brand beschuldigt, 1999 in Bournemouth eine Frau vergewaltigt zu haben. 2001 soll er im Londoner Stadtteil Westminster eine weitere Frau unsittlich angegriffen haben. Zwischen 2004 und 2005 soll er zudem eine dritte Frau sexuell genötigt haben. Die verbleibenden Anklagen beziehen sich auf eine mutmaßliche orale Vergewaltigung sowie sexuelle Nötigung einer vierten Frau im Jahr 2004, ebenfalls im Raum Westminster.
Die Ermittlungen der Metropolitan Police gegen Brand hatten im September 2023 begonnen. Auslöser waren Berichte der "Sunday Times" sowie der Channel-4-Sendung "Dispatches", die Vorwürfe mehrerer Frauen öffentlich gemacht hatten. Seitdem arbeitet ein spezielles Ermittlerteam an dem Fall. Nach Bekanntwerden der ersten Anklagen wandte sich Brand an seine 11,3 Millionen Follower auf X. Er sei "nie ein Vergewaltiger" gewesen, beteuerte der 50-Jährige. "Als ich jung und Single war, bevor ich eine Frau und Familie hatte, war ich ein Narr", gab er zu. "Aber ich habe mich nie an nicht einvernehmlichen Handlungen beteiligt."
Vom Hollywood-Star zum Podcaster
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere gehörte Brand zu den gefragtesten Comedians Großbritanniens. Er spielte in Hollywood-Produktionen wie "Nie wieder Sex mit der Ex", moderierte BBC-Radiosendungen und trat als Stand-up-Comedian in riesigen Hallen auf. 2008 musste er seinen BBC-Posten räumen, nachdem er eine anzügliche Sprachnachricht auf dem Anrufbeantworter von "Fawlty Towers"-Darsteller Andrew Sachs (1930-2016) hinterlassen hatte.
In den vergangenen Jahren erfand sich Brand als politischer Podcaster neu und pendelt zwischen den USA und Großbritannien. Der Ex-Mann von Popstar Katy Perry (41) hat mittlerweile drei Kinder mit seiner Ehefrau Laura Gallacher (38). Der Prozess zu den ursprünglichen fünf Anklagen soll am 16. Juni 2026 vor dem Southwark Crown Court beginnen.
