In China sinkt die Geburtenrate dramatisch. Der Trend entspricht einer globalen Entwicklung. Der Zeitpunkt, ab dem die Welt-Bevölkerungszahl wieder sinkt, kommt früher als gedacht.
In China fällt die Geburtenrate auf dramatische Weise. Je 1.000 Einwohner kamen im vergangenen Jahr nur 5,63 Kinder zur Welt, wie das Statistikamt in Peking mitteilte. Das entspricht einer Rate von 0,98 Kindern pro Frau. Das ist der niedrigste Stand seit Gründung der Volksrepublik im Jahr 1949. Die Bevölkerung schrumpft, aktuell gibt es 1,405 Milliarden Chinesen. Für das Bestandserhaltungsniveau ist eine Quote von 2,1 Kinder notwendig.
Die Zahlen passen zum globalen Trend: In den Sechzigerjahren bekamen Frauen weltweit durchschnittlich mehr als fünf Kinder. In der Folge fiel der Wert auf 2,25 Kinder im Jahr 2023. Die Bevölkerungsexplosion, die in den achtziger Jahren befürchtet wurde, wird ausbleiben. Das steht seit einigen Jahren fest. Die Ursachen dafür sind komplex. Die einfache Formel, dass die Geburtenrate sinkt, je wohlhabender die Länder sind, gilt nicht mehr. Faktoren wie die Zahl der Betreuungsangebote oder die Höhe der Mieten spielen eine Rolle.
Die lange befürchtete Bevölkerungsexplosion bleibt aus
Das heißt: Der Umschlagspunkt, ab dem die Erdbevölkerung beginnt, wieder zu schrumpfen, kommt viel früher als gedacht. Noch vor wenigen Jahren gingen die Vereinten Nationen davon aus, dass das Wachstum bis ins 22. Jahrhundert hinein anhält. Mittlerweile haben die UN die Prognose auf das Jahr 2084 gesenkt. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass bereits ab 2055 (oder noch früher) die Zahl der Menschen auf der Erde schrumpfen wird. Demnach wird der Höhepunkt mit 10,3 Milliarden Menschen erreicht. Aktuell leben knapp 8,2 Menschen auf der Erde.
In unserer Bilderstrecke zeigen wir die geburtenstärksten und -schwächsten Länder der Erde. Als Grundlage dienen Zahlen des Statischen Bundesamtes aus dem Jahr 2023, ergänzt durch einzelne Quoten aus 2025.
