Erstmalig findet das renommierte Sundance Film Festival im Januar ohne seinen verstorbenen Gründer Robert Redford statt.
Die am 22. Januar beginnende, neue Ausgabe des Sundance Film Festivals dürfte für viele Teilnehmer und Macher hinter den Kulissen besonders emotional ausfallen. Nicht nur verabschiedet sich die US-amerikanische Indie-Institution aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah und zieht 2027 nach Boulder, Colorado, um. Auch findet das renommierte Filmfestival erstmalig ohne Gründer Robert Redford (1936-2025) statt, der bekanntermaßen im September letzten Jahres im Alter von 89 Jahren verstorben ist.
Das Sundance Film Festival: Robert Redfords Vermächtnis
Ohne Redford, das lässt sich mit Sicherheit sagen, hätte es das traditionsreiche Filmfestival wohl nie in der heutigen Form gegeben. So unterschiedliche Filmemacher wie Quentin Tarantino (62) oder Steven Soderbergh (63) hätten auf andere Art ihren Durchbruch in Hollywood schaffen müssen, Filme wie "Little Miss Sunshine", "Reservoir Dogs" oder "Blair Witch Project" hätten auf anderen Wegen ihr Publikum finden müssen.
"Bei Sundance ging es schon immer darum, unabhängige Filme in Amerika zu präsentieren und zu fördern. Ohne das hätten so viele Filmemacher nicht die Karriere gemacht, die sie heute haben", erklärte etwa Filmemacher Gregg Araki ("Mysterious Skin", 66), der erstmalig 1992 das Festival besuchte, gegenüber PBS.
Robert Redford wollte "für sich selbst und andere sorgen"
Redford hatte im Jahr 1980 in Utah zunächst das Sundance Institute gegründet. Die gemeinnützige Organisation hatte es sich zum Ziel gesetzt, angehenden Filmemacherinnen und Filmemachern bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Ideen zu helfen. Mitte der 1980er Jahre begann das Sundance Institute dann auch, das später so genannte Sundance Film Festival auszurichten - um den Eigengewächsen sowie allgemeiner dem Independent-Kino eine Bühne zu bieten.
Im Lauf der 1990er- und 2000er-Jahre explodierte das Event regelrecht, immer mehr Hollywoodstars zog es nach Park City, Utah. Auch die Vertriebsrechte an den gezeigten Filme wurden für teilweise astronomische Summen erworben.
Robert Redford selbst soll die Gegend um das heutige Sundance Resort im Jahr 1961 - noch vor seinem großen Durchbruch in Hollywood - mit dem Motorrad entdeckt haben. Mit seinen eigenen Händen baute er sich hier eine Hütte, erwarb später Land und benannte das Sundance Mountain Resort nach seiner Rolle im Filmklassiker "Butch Cassidy and the Sundance Kid".
"Ich kämpfe für etwas, das ich für ein höheres Ziel halte: die Welt sicherer zu machen für künstlerische Vielfalt. Wenn man echte, nachhaltige Veränderungen bewirken will, muss man sich ständig bewusst sein, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmert. Am Ende nutzt man die Macht, die man erlangt hat, um für sich selbst und andere zu sorgen, indem man Räume und Möglichkeiten schafft, in denen andere wie man selbst arbeiten können", wird der verstorbene Robert Redford auf der Webseite des Sundance Film Festivals zitiert.
