Zugunglück erschüttert Spanien – Menschen, die in den Zügen saßen, äußern sich. Außerdem: Die Vermögen der Superreichen. Und: Europa, Trump und die Handels-Bazooka. Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
die neue Woche beginnt mit einer schrecklichen Nachricht aus Spanien: Bei einem Zugunglück im Süden des Landes sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 21 Menschen gestorben, etwa 30 Menschen sind schwerverletzt. Aktuelle Informationen zum Unglück finden Sie hier in unserem fortlaufend aktualisierten Artikel.
Noch ist vieles unklar. Etwa wie es zu dem Unglück kommen konnte. Laut der spanischen Zuggesellschaft Rnfe entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug, geriet auf das benachbarte Gleis, wo ein weiterer Zug ebenfalls entgleiste.
Gegenüber spanischen Medien haben Menschen, die in den Zügen saßen, die Katastrophe aus ihrer Sicht geschildert.
Zugunglück in Spanien: "Es war wie in einem Horrorfilm"
Das schreckliche Unglück ereignete sich am Sonntagabend gegen 19.40 Uhr in der Nähe der Gemeinde Adamuz in derandalusischen Provinz Córdoba. Dort war ein Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia auf dem Weg von Málaga nach Madrid, als er plötzlich entgleiste und auf das benachbarte Gleis geriet. Dort fuhr ein weiterer Hochgeschwindigkeitszug.
Im Zug von Málaga nach Madrid saß unter anderem Salvador Jiménez, ein Journalist von Radio Nacional de España (RNE), dem öffentlich-rechtlichen spanischen Hörfunk. Es sei zu einer „sehr plötzlichen Bewegung“ gekommen, sagte er. Diese Bewegung habe dazu geführt, dass die letzten drei Waggons entgleist seien, einer der Waggons sei dann umgekippt.
„Es gab einen Moment, da fühlte es sich an wie ein Erdbeben“, sagte Jiménez. Er selbst saß laut eigenen Angaben im ersten Wagen des Zuges. Die Zugbesatzung habe dann über die Lautsprecher nach medizinischem Personal gesucht.
Eine weitere Passagierin berichtete gegenüber RNE von anfänglichen Turbulenzen und einer plötzlichen Bremsung. Sie habe Schreie gehört. „Es war wie in einem Horrorfilm“, sagte die Frau dem Sender. Eine weitere Passagierin erklärte gegenüber der Zeitung El Pais, sie habe zunächst Vibrationen gespürt: „Und dann gab es ein lautes Poltern, Koffer fielen heraus, und es polterte weiter, bis der Zug zum Stehen kam.“
Der Leiter der Feuerwehr in Córdoba, Paco Carmona, berichtete im Fernsehsender TVE von den schwierigen Bergungsarbeiten: Die betroffenen Waggons seien „verdreht“, er sprach von „verhedderten Metallmassen“ und herausgerissenen Sitzen, die den Zugang zu den Toten und Verletzten erschwert hätten. "Wir mussten sogar einen toten Menschen entfernen, um einen lebenden erreichen zu können."
Viele Menschen hätten Verletzungen aller Art erlitten, von Schnittwunden und Prellungen bis zu offenen Knochenbrüchen. Journalist Salvador Jiménez sprach von Menschen „mit blutigen und verletzten Gesichtern“.
Der Reichtum der Superreichen wächst
Die Reichen werden immer reicher. Das ist erstmal keine neue Erkenntnis. Und dennoch schockieren die Zahlen, die die Entwicklungsorganisation Oxfam jedes Jahr pünktlich zum Start des Weltwirtschaftsforum in Davos (beginnt heute) vorlegt, immer wieder aufs Neue – legen sie doch offen, wie brutal ungerecht Vermögen weltweit verteilt ist.
Das Gesamtvermögen von Milliardären weltweit hat laut Oxfam 2025 den historischen Höchstwert von 15,8 Billionen Euro erreicht. 15.800.000.000.000 Euro, so sieht diese unfassbare Zahl ausgeschrieben aus. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt laut dem Bericht 0,52 Prozent des weltweiten Vermögens, während das reichste eine Prozent 43,8 Prozent besitzt.
Weitere Zahlen aus dem Oxfam-Bericht – zum rasant wachsenden Vermögen von Elon Musk und zum Vermögen von Superreichen in Deutschland – finden Sie hier:
5-Minuten-Talk: Zückt Europa gegen Trump die Handels-Bazooka?
Donald Trump droht acht europäischen Ländern mit zusätzlichen Zöllen, um sie zum Einlenken im Grönland-Streit zu bewegen. Warum sich das für den US-Präsidenten noch rächen könnte, darüber sprechen die stern-Politikchefs Veit Medick und Jan Rosenkranz im Podcast 5-Minuten-Talk:
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Stefan Düsterhöft
