Krimi "Ex-It": Kim Riedle – sie ist das It-Girl Pony Hübner im "Tatort" aus Stuttgart

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Krimi "Ex-It": Kim Riedle – sie ist das It-Girl Pony Hübner im "Tatort" aus Stuttgart

Kim Riedle überzeugt im "Tatort" als vergessenes It-Girl. Die 44-Jährige gilt als gefragte Charakterdarstellerin und wirkte auch in der Erfolgsserie "Liebes Kind" mit.

Im Stuttgarter "Tatort: Ex-It" glänzt Kim Riedle als verblasstes It-Girl Pony Hübner, deren Welt nach einem dramatischen Unfall zerbricht. Mit gebrochenen, komplexen Frauenfiguren hat sich die Schauspielerin in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht – intensiv und facettenreich verkörperte sie etwa auch die entführte Jasmin "Lena" Grass in der preisgekrönten Netflix-Miniserie "Liebes Kind" (2023). ​Die Produktion gewann 2024 den International Emmy in der Kategorie "Fernsehfilm/Miniserie".

Warum steht ein früheres It-Girl im Zentrum des "Tatorts"?

In "Tatort: Ex-It" spielt Riedle eine Frau, die einst zu den meistfotografierten Gesichtern des Landes gehörte und nun am toxischen Erbe ihres Ruhms zerbricht. Kritiker loben, wie sie das ehemalige It-Girl als zutiefst verstörte Frau im freien Fall in die Bedeutungslosigkeit zeichnet, deren Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zur Selbstzerstörung geworden ist.​

Drehbuchautor Wolfgang Stauch beschäftigt sich gern mit Figuren, die in einem Netz gefangen sind, aus dem sie nicht mehr entkommen können. "Ich gehe – meistens – davon aus, dass nicht nur die böse Spinne das Netz geknüpft hat, sondern dass die Gefangenen selbst einen gewissen Anteil daran haben", sagte er dem "SWR". Die Situation bringe schließlich auch Vorteile mit sich, erklärte er weiter.

Das Showbusiness, um das es in dem "Tatort" im weitesten Sinne gehe, sei für ihn ein dankbarer Mikrokosmos – mit einem eklatanten Unterschied zwischen Innen und Außen. "Man braucht nur an Rex Gildo zu denken", so Stauch. Besonders interessant habe er schließlich auch den "Mikro-Mikrokosmos der It-Girls" gefunden, den er als "aussterbenden Berufszweig im Übergang zum Zeitalter der Influencer" beschreibt.

Kim Riedle – Karriere mit Auszeichnung

Geboren 1982 in Starnberg, mit schwäbischen und nordmazedonischen Wurzeln, absolvierte Kim Riedle ihre Schauspielausbildung in München und startete mit Rollen in "SOKO Köln" sowie Theater in Castrop-Rauxel. Ihr Durchbruch kam mit "Verbotene Liebe" (2013), gefolgt von Kinofilmen wie "Back for Good" (2017).

Riedle baut sich konsequent auch ein internationales Profil auf, wie etwa ihre Rolle in der britisch-niederländisch-deutschen Krimireihe "Kommissar Van der Valk" zeigt – bislang war sie 2024 in zwei Folgen zu sehen. Für "Liebes Kind" wurde sie 2025 mit dem Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Ein Schritt, der sie endgültig in die erste Reihe der deutschen Schauspielerinnen katapultierte.​

Die "Tatort"-Rolle wirkt deshalb wie ein logischer nächster Schritt: ein prominenter Sendeplatz für eine Schauspielerin, die bereit ist, unangenehme Figuren bis zum Abgrund auszuleuchten. Kim Riedle zeigt Pony Hübner als warnendes Märchen über Ruhm und Vergessen.

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