Senta Berger hat erzählt, wie sie das Älterwerden ohne ihren verstorbenen Mann Michael Verhoeven an ihrer Seite empfindet.
Senta Berger (84) hat im Interview mit der "Bild am Sonntag" über ihr Verhältnis zum Älterwerden gesprochen. "Ich war lange unglaublich naiv", gibt die Schauspielerin in Bezug darauf an. Mit 50 habe sie überhaupt nicht daran gedacht, dass sie schon 50 sei. Nachdem sie in den Jahren darauf immer noch viel gedreht habe, war sie in ihrer Wahrnehmung "mit 75 irgendwie immer noch nicht alt. Ich hatte zwar schon Enkelkinder, und von außen hätte mein Leben durchaus alt aussehen können, aber ich fühlte mich nicht so. Wirklich alt fühle ich mich erst jetzt."
Das habe sicherlich damit zu tun, "dass ich jetzt alleine bin", erklärt Berger, die mit ihrem 2024 verstorbenen Mann Michael Verhoeven seit 1966 verheiratet war. Zusammen alt werden sei einfach leicht. Hingegen sei es "wirklich schwer, wenn man mit einem Menschen 60 Jahre verbracht hat, der jetzt nicht mehr an deiner Seite ist".
Senta Berger: "Habe nicht das Gefühl, etwas versäumt zu haben"
Es sei sonderbar, wie die Zeit vergehe. "Deshalb muss man sich irgendwann herausziehen und sein eigenes Tempo im Leben finden." Die Schauspielerin wundert sich, wie die deutsche Gesellschaft mit älteren Menschen umgeht, denn "Alt zu sein, scheint heute ein Makel zu sein. Ich werde im nächsten Mai 85 und ich denke nicht selten: Das kann doch gar nicht sein! Ich war doch eben noch 'Die schnelle Gerdi'. Die Serie ist aber auch schon über 35 Jahre alt. Oder ich war doch eben noch das Mädchen auf der Schauspielschule!"
Weiter erklärt Berger, dass man aus ihrer Sicht jedoch ganz gut alt werden könne, wenn man das Gefühl habe, "ein tolles, reiches Leben gelebt zu haben. Ein Leben, das ich immer noch lebe. Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass ich etwas versäumt habe". Sie hatte eben das Glück, "einen äußerst interessanten Mann an meiner Seite zu haben, sodass ich nie das Gefühl hatte, jemals etwas versäumt zu haben".
Ist das ihre letzte Rolle?
Ab 29. Januar ist Berger im Kinofilm "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" zu sehen, der unter der Regie ihres Sohnes Simon Verhoeven (53) entstanden ist. "Gott sei Dank bin ich ja in einem Beruf, in dem man nicht in Rente geschickt wird", sagt die Schauspielerin. "Insofern muss ich das Ende selbst bestimmen." Doch wenn sie mit dieser Rolle ihrem beruflichen Leben vor der Kamera ein Ende setzen würde, "dann wäre es in Ordnung".
