Konjunktur: Was man vom Arbeitsmarkt Saarland 2025 lernen kann

Published 2 hours ago
Source: stern.de
Konjunktur: Was man vom Arbeitsmarkt Saarland 2025 lernen kann

Qualifikation entscheidet oft, wie schnell der Wiedereinstieg gelingt. Ohne Abschluss drohen der Regionaldirektion zufolge deutlich längere Phasen ohne Job.

Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist erneut gestiegen – auch wenn Experten für 2026 leichte Entlastung erwarten, bleibt die Lage angespannt. Fünf Lehren aus dem vergangenen Jahr.

1. Arbeitslosigkeit bleibt ein Thema

Im Saarland hat die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Jahr zugenommen: Im Jahresdurchschnitt waren 39.300 Frauen und Männer landesweit ohne Job gemeldet. Zum Vergleich: 2024 waren es 37.200 Menschen. Für 2026 erwartet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung einen leichten Rückgang.

2. Der Neustart in den Job kann dauern

Die sogenannte Abgangschance - also die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitslose wieder eine Beschäftigung finden - lag 2025 im Saarland bei 4,9 Prozent. Damit stieg sie leicht gegenüber 2024 (4,7 Prozent), blieb aber deutlich unter dem Wert von 2019 (6,2 Prozent). Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt dauert also oft länger als noch vor einigen Jahren.

3. Qualifikation macht oft den Unterschied

Das vergangene Jahr zeigte einmal mehr: Wer eine Ausbildung abgeschlossen hat, findet schneller zurück in Arbeit. Im Saarland waren Arbeitslose 2025 durchschnittlich 160 Tage ohne Job, bis sie eine Beschäftigung aufgenommen haben - sieben Tage mehr als ein Jahr zuvor. 2019 betrug diese Dauer nur 133 Tage. Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung waren deutlich länger arbeitslos: durchschnittlich 174 Tage. Menschen mit Ausbildung gelang die Beschäftigungsaufnahme bereits nach 145 Tagen.

"Je besser die Menschen qualifiziert sind, umso besser sind ihre Chancen am Arbeitsmarkt", sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. Frühzeitige Berufsorientierung und kontinuierliche Weiterbildung bleiben damit entscheidende Faktoren für ein dauerhaftes Erwerbsleben.

4. Alter wirkt sich aus

Arbeitslose unter 30 Jahren fanden 2025 im Durchschnitt nach 123 Tagen wieder eine Stelle. Ältere Menschen ab 50 Jahren benötigten mit 181 Tagen deutlich länger. Der saarländische Arbeitsmarkt zeigt damit wie in vielen anderen Regionen: Erfahrung schützt nicht vor langen Phasen ohne Arbeit.

5. Prävention und Weiterbildung sind Schlüssel

Heidrun Schulz zufolge darf Arbeitsmarktpolitik nicht erst reagieren, wenn Menschen arbeitslos sind. "Frühzeitige Berufsorientierung, berufliche Qualifizierung und individuelle Weiterbildung sind unverzichtbar." Wer früh investiere, erhöhe seine Chance, auch langfristig auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

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