Puffer oder Suppe? Das werden sich viele Berliner jetzt häufiger fragen. Tonnenweise Kartoffeln sind aus einer Rettungsaktion eingetroffen und müssen verteilt und verarbeitet werden.
Tonnenweise Kartoffeln aus einer kostenlosen Verteilaktion sind in Berlin eingetroffen und werden in diesen Tagen verteilt. Zahlreiche Abnehmer in Berlin meldeten sich als Verteilstellen.
Rezepte auf Social Media
Allein die Berliner Tafel nahm 22 Tonnen, wie Sprecherin Tabea Pauli berichtete. "Die Kartoffeln werden an unsere 48 Ausgabestellen und rund 400 soziale Einrichtungen verteilt", berichtete Pauli. Dies könne zwei bis drei Wochen dauern, sei aber wegen der Haltbarkeit des Gemüses kein Problem. Auf ihren Social-Media-Kanälen werde die Tafel Tipps für Kartoffelrezepte veröffentlichen, sagte Pauli.
Die Kartoffeln stammen von der Osterland Agrar Gesellschaft südlich von Leipzig, die auf 4.000 Tonnen sitzen blieb. Um die Kartoffeln vor dem Verderb zu retten, lassen die Internet-Suchmaschine Ecosia und die "Berliner Morgenpost" sie kostenfrei in Berlin verteilen. Der Agrarbetrieb spende sie, Ecosia organisiere den Transport in die Hauptstadt und die Zeitung die Verteilung, hieß es.
Kartoffeln stellenweise schnell verteilt
Ein Händler habe die Ernte bestellt, doch als das Gemüse eingelagert war, sei klar gewesen, dass das Angebot auf dem Markt größer als die Nachfrage sei. Der Preis war demnach so stark gefallen, dass der Verkauf für den Handel nicht mehr rentabel gewesen sei. So blieb der Erzeuger auf der Ernte sitzen, hieß es von den Organisatoren der Aktion.
Privatleute, Kitas, soziale Einrichtungen, Hotels und andere konnten eine Verteilstelle einrichten, mussten aber mindestens eine Tonne annehmen. Einige Stellen berichteten bereits, dass die Kartoffeln schnell verteilt waren, etwa das Stadtteilbüro Pestalozzi-Fröbel-Haus. "Wir haben alle Kartoffeln in weniger als zwei Stunden an mehr als 100 Familien verteilt. Es sind leider keine mehr vor Ort!! Danke an alle. Der Bedarf ist riesig!", heißt es in einem Eintrag auf der Internetseite der Aktion. Bei der Malzfabrik in Schöneberg heißt es mit Verweis auf die Kartoffeln: "Um 10:30 war die Malzfabrik bereits leer".
